Streit ums Gigabyte jetzt auch bei Seagate

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Nachdem schon Apple mit Kunden zu kämpfen hat, deren Meinung ist, ein Gigabyte seien 1024 und nicht 1000 MBytes, bekommt nun auch Seagate den Unmut zu seinen werblichen Speicher-Angaben gerichtlich zu spüren.

Beliebt in den USA: Suchen nach Klagegründen, Einrichten einer Website für die geplante Gemeinschaftsklage, und dann wird losprozessiert. Nachdem schon Apple mit diesem Problem zu kämpfen hatte, muss sich nun Seagate einer Sammelklage erwehren: Die Kapazitätsangaben seien irreführend, behaupten die Puristen des Binärsystems.

Die Kapazitätsangaben bei Festplatten seien fasch, denn Seagate verwende zwar Bezeichnungen wie GByte, rechne aber dezimal. Der Unterschied zwischen 1000 und 1024 Bytes als Grundlage für das KByte und üähnlich für MByte steigert die Diskrepanz bei höheren Speichermengen merklich. Eine mit “1 GByte” beworbene Festplatte hat so 7,4 Prozent weniger Speicherplatz als 1024 MByte erwarten lassen. Ein Terabyte-Laufwerk hat so schon 10 Prozent weniger Kapazität. als angegeben.

Seagate hat nun ein außergerichtliches Einigungsangebot offeriert: US-Kunden erhalten unter bestimmten Umständen ein kostenloses Software-Paket oder 5 Prozent des Kaufpreises erstattet.

Computerworld.com berichtet auf Grundlage von Gerichtsunterlagen, dass bis zu 6,2 Millionen Festplatten betroffen seien. Es gilt nur für separat verkaufte Platten, nicht solchen, die in Komplettsystemen enthalten sind.

Die nächsten Klagen in dieser Richtung könnten sich auf Übertragungsraten in Netzen erstrecken, orakelt Golem.de-Mitarbeiter Nico Ernst. Wir warten ab – vielleicht findet sich noch ein anderes Medium, das vom Hersteller im Marketing “dezimal” behandelt wird. (mk)

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