Windows-Entwickler: Ein neuer Kernel wäre besser, aber …

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Larry Osterman ist nach 22 Dienstjahren ein Methusalem unter Microsofts Entwicklern. In seinem Blog („Bekenntnisse eines alten Kauzes“) erklärt er, warum Windows Vista so ist und bleibt, wie es ist.

„Vielleicht wäre Windows besser, wenn wir den derzeitigen Kernel einfach rausschmeißen und neu schreiben würden unter Verwendung von (bevorzugte Betriebssystemumgebung einfügen)“, gibt der Entwickler zu.

Geht aber eben nicht. Wesentliche Veränderungen an einem so großen und erfolgreichen Betriebssystem wie Windows seien ganz, ganz schwierig. Das sei an Vista zu sehen – insgesamt gebe es relativ wenige Veränderungen vorhandener Elemente des Betriebssystems. Die größte darunter sei vermutlich die Umstellung des Display Driver Models gewesen.

Doch schon minimale Änderungen verursachten bei den Kunden großes Unbehagen. Osterman berichtet aus seiner eigenen Erfahrung, als er eine echte Altlast aus den Multimedia-APIs entfernen wollte, nämlich die Unterstützung für Audiotreiber aus den Zeiten von NT4. Seit 1998 hatte sich niemand mehr darum gekümmert, und man war sich in Redmond keiner Anwendungen bewusst, die die Treiber tatsächlich noch nutzten. Nach Veröffentlichung der Vista-Beta 2 jedoch beschwerten sich Leute, dass einige Callcenter-Anwendungen nicht mehr funktionierten.

Diese Callcenter setzten tatsächlich Anwendungen ein, die auf NT4-Audiotreiber angewiesen waren. Ihre Software konnten die Callcenter nicht aktualisieren, da der Anbieter inzwischen nicht mehr im Geschäft war. Die geplagten Vista-Entwickler mussten daher wieder einen Schritt zurück gehen und erneut für die Unterstützung der NT4-Treiber sorgen.

Windows sei also eine ungewöhnlich komplexe Umgebung, schließt der Senior-Entwickler seine Bekenntnisse. Und als Ergebnis sei daher nicht zu erwarten, dass es zu einem Kernel-Rauswurf und einem richtig neuen Windows komme.

(bk)

Larry Osterman’s Weblog