ICANN entscheidet über Anonymität bei Domain-Registrierung

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Datenschutz oder Transparenz – darüber, was bei der Registrierung einer Website wichtiger ist, soll das Aufsichtsgremium ICANN eine Entscheidung fällen.

Deutlich unterschiedliche Auffassungen prägen die Diskussion um eine neue Verfahrensweise bei der Anmeldung neuer Domains, über die ICANN bei einem Treffen in Los Angeles entscheiden will. Bisher müssen bei der Registrierung Name, E-Mail- und Post-Adresse und Telefonnummer angegeben werden, die in einer Datenbank öffentlich einzusehen sind.

Nach Meinung von Datenschützern ist diese Informationsquelle zu einer Goldgrube für Spam-Versender geworden – daher soll die Möglichkeit eröffnet werden, nicht die eigenen Daten anzugeben, sondern die eines Dritten, z.B. die des Verkäufers des Domain-Namens. Dieser solle dann sämtliche juristischen oder technischen Anfragen an den eigentlichen Site-Besitzer weiterleiten.

Gegen diese Regelung wird das Argument vorgebracht, dass dadurch die Bekämpfung von Cyber-Kriminalität erschwert werde, worauf die Befürworter entgegnen, dass die Informationen ja sehr wohl noch weiterhin abrufbar seien und dass echte Kriminelle ohnehin keine wahren Angaben machen würden. Außerdem sei die derzeitige Regelung ohnehin nicht vereinbar mit den europäischen Datenschutzbestimmungen. [gk]

Washington Post