Texas Instrument: Wo laufen unsere Kunden hin?

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In fast jedem Mobilgerät und Gadget steckt heute ein TI-Chip. Doch das könnte sich in naher Zukunft ändern.

Texas Instruments verliert an Bedeutung. Marktbeobachter und Analysten behaupten dies zumindest, nachdem sie sich über die enttäuschenden Geschäftszahlen des Konzerns hergemacht haben. Kein Wunder, haben Handybauer wie Sony Ericsson und Nokia sich jüngst entschieden, nicht nur von TI abhängig sein zu wollen. So arbeitet Sony Ericsson seit 2006 mit verschiedenen Lieferanten zusammen. Und auch die Finnen, bislang treuester und größter Kunde der Texaner, haben sich Chipherstellern wie Broadcom und STMicroelectronics zugewendet.
Hatte Texas Instruments 2006 laut der Zahlenhorter von IDC noch einen Marktanteil von 22 Prozent (nach Umsatz), verloren die Texaner in diesem Jahr ihre Spitzenposition im weltweiten Markt der Mobilfunkchip-Produzenten – ausgerechnet an Qualcomm, behaupten die Statistiker von iSuppli (2. Quartal 2007). Diese Entwicklung setzt sich in anderen Produktkategorien fort. Im Bereich mobile Infrastrukturprodukte verzeichnete TI zuletzt einen Umsatzrückgang von 25 Prozent gegenüber Vorjahr. Wie gehen die Texaner damit um? Sie wenden sich ab und blicken zurück: das analoge (!) Chipgeschäft soll der Heilsbringer für die Zukunft sein. Es ist momentan der einzige Wachstumsmotor im Unternehmen: plus 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar im letzten Quartal.
John Lau, Analyst bei Jefferies & Co, fürchtet aber, dass das Schlimmste erst noch kommen wird, wenn sich der Strategiewechsel bei den Handyherstellern in Sachen Zuliefererbasis in vollem Umfang in der TI-Bilanz niederschlagen wird. (rm)

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