Netzwerk-Leistungs-Überwachung erwartet einen Boom
VoIP-Wachstum beflügelt Enterprise Performance Management

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Je mehr Realtime-Applikationen wie Internet-Telefonie und Anwendungen über die Netzwerke laufen, umso wichtiger werden ausgereifte EPM-Tools.

Kampf um den Performance-Markt

Netzwerk-Leistungs-Überwachung erwartet einen Boom

Kürzlich, unmittelbar vor einem Meeting mit Fluke Networks, einer Firma, die diese niedlichen Netzwerk-Troubleshooting-Handhelds produziert, kam die nächste Nachricht in dem Bereich: NetScout gab bekannt, Network General für 205 Millionen Dollar kaufen zu wollen.

Das neue Dreibuchstabenkürzel, mit dem uns die mutige Marketing-Industrie beglückt, heißt “EPM”. In der schönen neuen Welt des “Enterprise Performance Managements” sind derartige Unternehmenskäufe bedeutsame Ankündigungen. Als ich Fluke Networks von dem Netscout-Deal berichtete, erstarrte das Gesicht des Field Marketing Managers Benny Vogels. Man konnte beinahe sehen, wie sich seine Gehirnwindungen bewegten, da er sich wohl in diesem Moment überlegte, welche Auswirkungen das für Fluke Network zur Folge haben würde. Durch den Kauf von Visual Networks 2006 und Crannog Software Anfang des Jahres befindet sich Fluke Networks damit in sehr direkter Konkurrenz mit der aufkeimenden NetScout/Network General Kombination.

Network General ging es in letzter Zeit nicht besonders gut. Die Firma rang sich durch, “Business Service Monitoring”-Technologie in ihr Sniffer Netzwerk-Analysesystem zu integrieren, die sie durch den Kauf von Fidelia Systemen erwarb. Network Generals litt sichtlich darunter, was auch darin reflektiert wird, dass das Angebot von 205 Millionen Dollar wesentlich geringer ist als die 1,1 Milliarden, die McAfee ausgab, um den Anbieter 1997 zu kaufen.


VoIP-Boom zwingt zur Netzanalyse

Netzwerk-Leistungs-Überwachung erwartet einen Boom

Software zur Analyse von Datenpaketen und zur Netzauslastungs-Überwachung hat sich in letzter Zeit einem ziemlichen Wandel unterzogen. Anbieter benannten ihre Systeme in “EPM-Systeme” um, hauptsächlich als Antwort auf das Wachstum der geschäftskritischen Realtime-Applikationen, die über die großen Firmennetzwerke laufen. Monitoring und Troubleshooting mussten schneller werden, damit diese Systeme nicht untergehen.

EPM-Systeme können Performance-Statistiken von Anwendungen und Netzen sowohl in Echtzeit als auch im Rückblick anbieten. Die Fähigkeit dieser Tools, grafisch Netzwerkprobleme darzustellen, wird das Umstellen von Unternemens-Telefonanlagen auf IP-Technik voranbringen: Wenn der Helpdesk einen Anruf erhält, dass das Telefon des Oberchefs ein Problem hat, würde mit Hilfe eines solchen Systems das Problem und dessen Lösung bereits am Monitor eingespielt – der Verantwortliche für Sprachsysteme könnte freudig in den Gängen tanzen statt Telefonproblemen hinterherzulaufen. Auf Telekom-Techniker muss er dann erst recht nicht mehr warten – jede größere Firma kann mit den EPM-Tools selber auf Ursachen von Problemen kommen und sie beheben.

In Europa am weitesten vorne beim Ausprobieren von IP-Telefonanlagen sind die Firmen in Großbritannien – aber obwohl nun einige dieser Firmen ihr Glück in der IP Telefonie suchten, hat sich dann nur ungefähr eine von zehn dafür entschieden. Doch mehr wird kommen, europaweit. Damit wird auch die Nachfrage für EPM Systeme stark wachsen. Und genau daran machen NetScout und Net General ihre Zukunfstpläne fest. Die Frage, die sich hierbei stellt ist allerdings, ob sie ihre Produkte schnell genug integrieren können, um tatsächlich einen Vorteil aus dem möglichen Marktwachstum zu holen. Und wird alles, was da in Zukunft angeboten wird, tatsächlich das übertreffen, was bereits am Markt ist?