Wie grün ist Ihr Ethernet?
Stromsparen nur ein Verkaufsargument?

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Energiesparendes Ethernet ist ein großartiges Konzept – aber seine Auswirkungen auf den globalen Energiekonsum sind eher gering.

Energiesparen durch neue Netzwerk-Switches?

Wie grün ist Ihr Ethernet?

Der wachsende Druck auf die IT Branche, Energie zu sparen, führte zu Plänen, den Energieaufwand von Firmennetzwerken zu reduzieren, indem man die Ethernetswitches und Adapter verändert.

Das ist die Idee: Wenn momentan ein Gerät an ein Netzwerk angeschlossen ist, überträgt es seine die Verbindungsgeschwindigkeit. Die Verbindungssteuerung wählt diejenige Geschwindigkeit aus, die von beiden Seiten unterstützt wird. Also warum sollte die Verbindung nicht dynamisch ausgesählt werden, um damit die Geschwindigkeit des Netzwerkports und nur die Energiemenge zu nutzen, welche das angeschlossene Gerät zum Laufen wirklich braucht?

Beispiel: Wenn ein PC still liegt könnte der Switch seinen Netzwerkport in den Standby Modus schalten. Gleichzeitig könnte er eine 10Mbit Verbindung konfigurieren, wenn der User Emails lädt – und nur dann die volle 100Mbit- oder die Gigabit Option wählen, wenn große Dateien heruntergeladen werden müssen.


IEEE plant, D-Link macht. Aber richtig?

Wie grün ist Ihr Ethernet?

Natürlich wurde eine Studiengruppe des IEEE gegründet, um mögliche Mechanismen für EEE (Energy Efficient Ethernet) aufzuspüren, doch wird es eine lange Zeit brauchen, um Ergebnisse zu bekommen – ganz abgesehen von konkreten Vorschlägen oder Standardisierungen für Entwickler. In der Zwischenzeit beginnen Netzwerk-Anbieter über das Konzept zu sprechen, D-Link geht sogar so weit, bereits Produkte zu veröffentlichen, die sogenannte “grüne Ethernet”-Merkmale enthalten.

Es wird aber nicht so weit reichen, dass die Bandbreite dynamisch übertragen wird, denn das würde auch Änderungen in den Endgeräten erfordern. Jedoch werden die grünen Ethernet Switches von D-Link dazu in der Lage sein, aufzuspüren, wenn ein angeschlossener PC ausgeschaltet ist und den Energieverbrauch der angeschlossenen Ports in den Standby Modus zu wechseln. Sie werden ebenfalls Kabellängen feststellen und den Energieverbrauch entsprechend festlegen können.

Das Endergebnis könnte ergeben, dass bis zu 44% des Energie-Gesamtverbrauchs des Switches eingespart werden kann. Zusätzlich könnten sich die Arbeitstemperaturen durch diesen Prozess ebenso verringern und so die Lebensdauer des Produkts verlängern.

D-Link integriert schon jedtzt in seine bestehenden Gigabit-Switches DGS-1005D, DGS-1008D, DGS-1016D sowie DGS-1024D energiesparende Features und beabsichtigt, diese Funktionalität nächstes Jahr in ihren Managed Switches zu liefern – inklusive der Enterprise-Racksysteme.


Was ist wirklich “grün”?

Wie grün ist Ihr Ethernet?

Das hört sich alles sehr gut an, aber Zyniker wie ich werden nach dem Hintergrund des Wortes “grün” in diesem Zusammenhang fragen. Nun, hierbei handelt es sich um einen populären Zug, auf den man gerne seine vorhandenen Konzepte packen möchte.

Natürlich spart es ein bisschen Energie. Aber wie auch immer: Um einen sichtbaren Spar-Erfolg zu erzielen, müssten Firmen Millionen von Ethernet-Ports auswechseln – und das würde nicht nur viel “Kohle” sondern auch viel Geld kosten.

Ich möchte sogar soweit argumentieren: Wenn jeder seinen PC abschalten würde, wenn er nach Hause geht, dann könnten wir genauso viel, wenn nicht sogar mehr Energie sparen – und das ohne anfallende Nebenkosten.