EU will eigene Copyright-Initiative, Musikindustrie ist begeistert

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Was im Rahmen bestehender Strukturen gegen Markenpiraten unternommen wird, reicht der EU offenbar nicht mehr – schöne Gelegenheit für die Musikindustrie, mal wieder ihr altes Lied zu singen.

In einer Initiative namens ACTA (Anticounterfeitung Trade Agreement) wollen neben den EU-Staaten auch die USA, Japan, Korea, Mexiko und Neuseeland ein positives Beispiel dafür geben, wie man verstärkt nach dem Schutz geistigen Eigentums streben kann. Auch aufstrebende Entwicklungsländer sollen dem illustren Kreis beitreten können. Ausdrücklich geht es dabei nicht darum, China an den Pranger zu stellen.

Während der Schwerpunkt von ACTA bei der Bekämpfung der Fälschung von Medikamenten, Luxusartikeln und Kosmetika liegen soll, drängt der Musikindustrieverband IFPI auch darauf, dass der Kampf gegen die Internet-Piraterie höchste Priorität erlangen soll. Immerhin sei fast jede dritte CD, die verkauft werde, gefälscht, und es würden 20 Milliarden Songs im Jahr illegal heruntergeladen.

Ob und wann ACTA mehr wird als ein Papiertiger, bleibt abzuwarten; da das Abkommen ohnehin von den einzelnen Mitgliedsstaaten in entsprechende Gesetze umgesetzt werden muss, ist eher zu erwarten, dass dabei ein Beschäftigungsprogramm für Bürokraten herauskommt. [dj]