Google startet Privatfehde mit China

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Die Chinesen regen sich gerade fürchterlich über die Amerikaner auf. Zum einen war da der Besuch des Dalai Lamas (Respekt!) und zum anderen Googles einsame Entscheidung, Taiwan anzuerkennen. Oha!

Hey Google, es gibt da die Vereinten Nationen (UN). Die haben schon 1971 aufgehört, Taiwan als ein zweites China zu bezeichnen. Der Status der Insel wird von Diplomaten wie ein rohes Ei behandelt. Das liegt daran, dass das Mutterland China Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet und sehr sehr empfindlich auf jede andere Sichtweise reagiert. Da das Reiche der Mitte sowohl militärisch als auch wirtschaftlich anderen Ländern weh tun kann, versuchen selbst die mutigsten Nationen nicht am Status Taiwans zu rütteln, sondern höchstens den Dalai Lama einzuladen. Und was macht Google? Startet ein separates YouTube-Taiwan. Gewagt. Die Reaktion Chinas? Eine Abschaltung wichtiger Google-Aktivitäten im Mutterland. Um sich den lukrativen Markt mit 22,9 Millionen Taiwanesen zu sichern, verzichtet man also auf ungefähr 1.329.349.388 Chinesen. Das lässt sich bestimmt mit einer Google Web-Applikation wunderbar gegenrechnen.

Im Reich der Mitte sitzen momentan folgende Sites auf der Strafbank: BBC-News, YouTube und Wikipedia. Ihre Strafzeit abgesessen haben überraschend Flickr und Blogspot, die soeben zurück ins Spiel durften. Wobei unziemliche Flickr-Bilder nach wie vor gefiltert werden. Blogspot war dort gelandet, weil man die Suchanfrage der Behörden nach einem bestimmten Blogger verweigert hatte (Kompliment). Yahoo war beim gleichen Thema eingeknickt und darf sich dafür nun vor dem Kongress verantworten (Yahoo-Jungs zum Verhör). So gesehen hat Google mehr Arsch in der Hose. Ob das aber reicht, um den separaten Taiwan-Länderauftritt auf Dauer durchzustehen? (rm)

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