Universal Music sieht Pauschalabgabe als iTunes-Killer

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Einfach eine Pauschalgebühr auf MP3-Player, und die Musik selber ist gratis. Klingt das nicht bekannt?

Doug Morris, Chef von Universal Music, gilt nicht gerade als Kommunist, oder als Anhänger der freien und geblümten P2P-Hippiebewegung. Tatsächlich steckt Universal hinter den massivsten Lobbyanstrengungen zur Kriminalisierung der eigenen Kunden und dem Pervertieren weltweiter Urheberrechtsgesetze zugunsten der Vertriebsumsätze. Nur: richtig blöd scheint er nicht zu sein, denn auch ihm dämmert, dass alle diese Anstrengungen nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Universals Profite sacken weiter ab. Apple dagegen, der halbwegs verbraucherfreundliche Musikshop-Betreiber, floriert wie nie zuvor. Alternative Systeme wie Microsoft’s Zune taugen allenfalls als billige Zielscheibe öffentlichen Spotts.

Also bleibt Herrn Morris wenig, als unkonventionelle Gedanken zu hegen. Mit seinem neuen Vorschlag versucht er, Steve Jobs links zu überholen: Musik, so berichtet die Business Week, solle nach Herrn Morris’ Vorstellungen künftig umsonst sein. Vorausgesetzt, man kauft sich zu deren Nutzung einen mit einer Lizenz-Abgabe versehenen MP3-Player. Einmal bezahlen – immer hören. Das altbekannte Prinzip der Pauschalabgabe, das bisher von Morris und seinen Freunden eher im moralischen Dunstkreis von Kinderpornografie angesiedelt wurde. Nach ersten Berechnungen könnte diese Abgabe etwa 90 US-Dollar pro Gerät betragen. Die würde dann aber, anders als unsere Pauschalen via GEMA, direkt an den Vertrieb gehen, der davon wiederum nur Centbeträge an die Urheber weiterleitet. Wir applaudieren natürlich Herrn Morris für die Kühnheit seiner Gedanken, möchten ihm aber im selben Atemzug versichern, dass die bevorstehende Pleite des von ihm geleiteten Unternehmensteils dadurch keineswegs aufzuhalten ist. [fe]

Business Week