Al-Qaida-Server gehackt – US-Regierung vermasselt alles

Allgemein

Amerikanische Geheimdienstbehörden verpassten die einmalige Gelegenheit, mehr über Osama bin Laden zu erfahren.

Wie die Washington Post berichtet, gelang es den privaten Ermittlern der Firma SITE, in einen Al-Qaida-Server einzudringen und ihn ein Jahr lang auf Informationen über Selbstmordattentäter und Geheimcodes hin zu überwachen.

Als ein neues Video Osama bin Ladens dort vor seinem offiziellen Bekanntwerden im letzten Monat auftauchte, informierte SITE zwei Mitglieder der Bush-Regierung, um ihnen die Chance zu geben, sich auf die Veröffentlichung des Videos vorzubereiten.

Sie taten das unter der Bedingung, dass ihr Hack geheim bleiben sollte. Doch innerhalb einer Stunde wurde die Terror-Site von 16 Geheimdienstbehörden sowie 2 TV-Sendern besucht. Wenig überraschend, dass al-Qaida die Lunte roch und das Video abzog.

Die Leute von SITE sind wütend über ihre eigene ignorante Regierung. Rita Katz, die 44-jährige Gründerin der Firma: „Techniken, die zu entwickeln Jahre brauchte, sind jetzt wirkungslos und wertlos.“

Regierungsvertreter bestritten die Darstellung von SITE nicht. Computerlogs und Aufzeichnungen, die die Washington Post einsah, bestätigen ebenfalls, dass die privaten Ermittler das Video bin Ladens bereits Tage früher ausspähten.

Die offiziellen Schnüffler halten ihre eigenen Leute aber immer noch für besonders fähig in diesen Dingen. Ross Reinstein, Sprecher für das Büro des Director of National Intelligence: „Wir haben die richtigen Leute an den richtigen Stellen, die sich um diese Angelegenheiten kümmern, quer durch alle 16 Geheimdienste.“

Und zu den richtigen Leuten gehören auch noch zwei Fernsehsender, denen es die Regierung als erstes flüstert? Und offizielle Schnüffler, die den wirklichen Terroristen tolpatschig verraten, dass sie überwacht werden?

(von Nick Farrell/bk)

Inquirer UK

Washington Post