Capitol v. Thomas geht weiter

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Der Schauprozess der RIAA gegen ihre Konsumenten geht in die Berufung. Wieder mit Karten im Ärmel?

Im Filesharingprozess der US-Musikindustrie gegen die 30jährige alleinerziehende Mutter Jammie Thomas kam es zu einer überraschend schnellen Verurteilung der beklagten jungen Musikhörerin. Möglich war das durch genaue Instruktionen des Richters an die Geschworenen auf der Basis von Behauptungen der RIAA. Diese Entscheidungs-Voraussetzungen waren weit über das hinausgegangen, was andere US-amerikanische Gerichte in der letzten Zeit entschieden hatten. So ist derzeit keineswegs unstrittig, ob das blosse Verfügbarmachen von Musik oder Film im Share-Folder einer Tauschbörsensoftware schon mit der effektiven Verbreitung gleichzusetzen sei. Die exakte juristische Definition von “Copyrightverletzung” muss also erst noch gefunden werden, der verlängerte Prozess “Capitol v. Thomas” wird dazu beitragen. Ob sich das von der Öffentlichkeit stark beachtete Verfahren allerdings positiv für das Image der Industrie auswirkt, muss bezweifelt werden. [fe]

Ars Technica
Inquirer: Musikindustrie gewinnt…
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Bootsektor: Capitol v. Thomas