BHV Vista Master Tuning
Tuning-Weltmeister oder Kreisklasse?

BetriebssystemWorkspace

Microsofts Fehlstart mit Vista katapultiert Tuning-Tools in die oberen Verkaufsränge der Software-Charts. Wir testen wie meisterlich Vista Master Tuning von BHV wirklich ist.

Kein Performance-Gewinn

BHV Vista Master Tuning

Um es gleich vorwegzunehmen: Wer unter Tuning immer noch “schneller machen” versteht, der wird auch mit dem Vista Master Tuning von BHV nicht glücklich. Alle Benchmark-Versuche belegen nur eins, und zwar dass Vista keinen Deut schneller wird, nachdem wir die angebotenen Tuning-Optionen durchgespielt haben.

Doch zurück zum Anfang: Da nervt das Tool gleich mit einem aufdringlichen Registrierungsformular, das sich vor den Installer klinkt. Tipp: Schließen Sie das Fenster einfach und installieren Sie die Software. Das geht nämlich in 30 Sekunden erfreulich schnell über die Bühne. Wer unter Vista mit Benutzerkontensteuerung arbeitet – das werden die meisten Nutzer wohl tun – der wird darauf hingewiesen, diese auszuschalten, weil sonst das Programm nicht einwandfrei funktioniert. Ein kleiner Button, um das gleich an Ort und Stelle zu tun, fehlt aber.

Genauso fehlen im Test Assistenten, intelligente Voreinstellungen und zumindest ein Hinweis darauf, dass man ein Backup wichtiger Daten anlegen sollte, bevor man an der Registry arbeitet und wichtige Systemdateien umbiegt. Stattdessen gibt es elf Programm-Module, die unübersichtlich in drei Kategorien zusammengefasst sind: Festplatten & Registry, Konfigurations- & Optimierungstools, Zusatzfunktionen für Dateien & Ordner.

Eine System-Analyse, etwa unter Einbeziehung des Windows Leistungsindex gibt es nicht. Nutzer müssen jedes Tool manuell starten und hoffen, dass die Software es schon richten wird, denn an den meisten Stellen fehlen Informationen darüber, was eigentlich gemacht wird. Das ist unverständlich, vor allem weil als Zielgruppe wohl eher unerfahrene Nutzer in Frage kommen.


Tuning-Tools unter der Lupe

BHV Vista Master Tuning

Das Wasch-Trio für Festplatte, Surfspuren und Registry trommelt mächtig auf die Tuning-Brust, bringt aber wenig. Es schadet natürlich nichts, temporäre Dateien zu entfernen, besser als eine Suche nach TMP-Files wäre aber eine regelmäßige Defragmentierung. Doch halt: Die bringt Vista ja schon voreingestellt mit! Und auch die Idee, die Registry zu Entrümpeln ist gut, ein paar Hinweise, was denn da genau passiert, fehlen jedoch.

Der Settings Organizer soll nützliche Einstellungen per Mausklick bereit stellen. Die Macher konnten es aber nicht lassen, alte Tuning-Lügen wie das Entfernen von DLLs aus dem RAM mit einzubauen. Dazu gesellen sich ein paar deplatzierte Optionen wie etwa Systeminformationen anzeigen oder Registrierungs-Editor starten.

Mit Vorsicht zu genießen ist der Startup Booster, er löscht Autostart-Einträge per Mausklick. Das Problem dabei: Nutzer kriegen auch hier keinen einzigen Tipp, was genau sie da eigentlich löschen. Also lieber Finger weg oder vorher selbst recherchieren.

Bleiben noch ein paar Zusatz-Tools: Der File Finder ist nichts weiter als eine einfache Suchfunktion und der File Encrypter bringt eine einfache und nicht besonders sichere Verschlüsselung. Einzig der File Washer gefällt, erlaubt er doch das sichere Löschen von Dateien und Ordnern.


Fazit

BHV Vista Master Tuning

Auch dieses Tool macht Vista nicht schneller. Die lieblos zusammengeschusterte Suite ist außerdem unübersichtlich und operiert am offenen Vista-Herz ohne Backup. Finger weg und 20 Euro sparen.

BHV Vista Master Tuning
Hersteller: BHV
Internet: www.bhv.de
Preis: circa 20 Euro

Note: mangelhaft
Leistung (40%): mangelhaft
Ausstattung (30%): mangelhaft
Bedienung (30%): ausreichend

Das ist neu
Reinigungstools für Festplatte, Surfspuren und Registry
Settings Organizer und Startup Booster
Sichere Löschfunktion

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows XP/Vista
Prozessor: Pentium 4/2 GHz
Arbeitsspeicher: 512 MByte