Gutes Timing? SAP überrascht mit Giganto-Kauf

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Für schlappe 4,8 Milliarden Euro gönnen sich die Walldorfer mal eben ein französisches Softwarehaus – die größte Übernahme in der Firmengeschichte. Schon regt sich Kritik.

 SAP machte gestern Abend den Aktionären von Business Objects S.A. ein unmoralisches Angebot: 42 Euro auf die Hand für jede Aktie. Würde die Offerte von absolut jedem Anteilseigner angenommen, müsste SAP insgesamt 4,8 Milliarden Euro auf den Tisch blättern. Da reichen die liquiden Mittel nicht, Kredite müssten her.
Doch statt Jubel im Markt ob des Überraschungscoups gab es heute Morgen Gegenwind: “Business Objects warnte soeben vor enttäuschenden Lizenzverkäufen und zeigt sich unzufrieden mit dem dritten Quartal – das schlägt nun negativ auf SAP durch”, hieß es auf dem Börsenparkett. Ohnehin sei der Kaufpreis relativ hoch, kritisiert UniCredit-Analyst Knut Woller. Der Zukauf sei insofern ein schlechtes Signal, dass SAP nun offenbar nicht mehr ausreichend organisch wachse, sondern nun doch zukaufe.
Einige Börsenhändler äußerten sich aber auch positiv zu der Übernahme, da sie strategisch sinnvoll sei. Die Pariser Business Objects S.A. besteht seit 1990 und stellt Analysesoftware her. 6.600 Beschäftigte bedienen 43.000 Kunden in 30 Ländern und erzeugen so 1,2 Milliarden Euro Umsatz. Das Vorhaben benötigt die Zustimmung der französischen Börsenaufsicht und des Finanzministeriums in Paris. Die können die Sache noch überraschend anders sehen. (rm)

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