Google puscht das Linux-Handy

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Das Google Phone soll nicht sein wie das Iphone. Google fährt eine ganz andere Strategie.

Seit mehr als zwei Jahren arbeitet eine große Gruppe von Entwicklern an Googles geheimem Mobiltelefon-Projekt, wie die New York Times berichtet. Den bislang bekannten Einzelheiten zufolge wird es kein modisches Accessoire im Apple-Stil werden. Für den Markt der Mobilfunkanbieter aber könnte es weit größere Auswirkungen haben.

Es geht Google nicht darum, Geräte zu verkaufen. Und zum Geschäftsmodell gehört es auch nicht, einen möglichst großen Anteil an erzwungenen Vertragskosten einzufahren. Google will vielmehr die eigenen, werbefinanzierten Online-Dienste immer und überall verfügbar machen.

Grundlage dafür, so berichten mit dem Projekt vertraute Brancheninsider übereinstimmend, ist ein Open-Source-Betriebssystem für Mobiltelefone auf Linux-Basis. Damit ist eine leistungsfähige Alternative zu Microsofts Windows Mobile zu erwarten. Und anders als Microsoft wird Google den Handy-Herstellern dafür keine Lizenzgebühren abnehmen wollen. Das könnte zu einer wahren Flut von Geräten mit Googles Handy-Linux führen. Und Smartphones mit Windows Mobile weit weniger profitabel machen.

Darüber hinaus versucht Google offenbar, die Kontrolle der Mobilfunkbetreiber über die Software und Dienste aufzubrechen, die über ihre Netze genutzt werden. Dan Olschwang, CEO von JumpTap, einem im mobilen Werbegeschäft tätigen Unternehmen: „Googles Agenda besteht darin, die Mobilfunkbetreiber zu entwaffnen.“

Was nicht allen Anbietern gefallen dürfte, insbesondere wenn sie Zuflucht zu geschlossenen Modellen der Gewinnmaximierung wie Apple – Iphone – AT&T genommen haben. Wenn die Verbraucher das Google Phone wollen, werden sie es jedoch nicht blockieren können. Richard Doherty von der Beratungsfirma Envisioneering Group: „Keiner will der letzte Betreiber sein, der Google unterstützt.“

Die Vorstellung des Google Phone wird noch in diesem Jahr erwartet, und die ersten Geräte sollen im nächsten Jahr verfügbar werden.

(bk)

NYT