Sehr lauter Webshop: ByeBye zu MyBy

Allgemein

Der frisch gestartete Elektronik-Webshop MyBy ist bunt und schreiend wie die Bild-Zeitung aufgemacht. Kein Wunder, dahinter steckt tatsächlich der Bild-Verlag Axel Springer.

Der gerade nach Berlin umsiedelnde Großverlag lässt sich bei der Web-Aktion von Arcandor helfen. Kennen Sie nicht? Das ist der neue Holding-Name von Karstadt-Quelle. Bei dieser Konstellation wird man natürlich weder neutrale Produkttests noch eine ausgewogene Palette erwarten dürfen. Eine ernsthafte Konkurrenz für Amazon ist der Internet-Shop deshalb bestimmt nicht, wenn sich das auch Walter Gunz, ehemals Media-Markt-Gründer und heute Chef von Axel Springer E-Commerce, noch so wünscht.
inq_myby.jpg

Aber billig, das will MyBy sein. Und daher springen dem Besucher auch die Preise und die Werbebotschaften direkt ins Gesicht. Doch was nach billig aussieht, ist durchaus bei anderen Online-Händlern günstiger zu haben. Das fand eine Stichprobe des Handelsblatts heraus. Reaktion der MyBy-Macher? “Wir wollen der Fachhandel im Netz sein.” Bei der marktschreierischen Aufmachung? Interessant.
Zum Ausgleich für die gar nicht so günstigen Preise sind Service und Auswahl noch dürftig. Immerhin verspricht man, bis zum Sommer 2008 um die 30 000 Artikel im Sortiment zu haben. Wenn man jede Toner-Sorte einzeln zählt, kriegt man das hin. Ach ja, Amazon hat bei den Elektronikgeräten allein über 300.000 Angebote online.
Urteil des Fachmannes: “MyBy ist schlicht ein klassischer Internet-Shop”, so Jochen Krisch, E-Commerce-Berater und Autor des Branchenweblogs Exciting Commerce. Und weiter: “Das einzig Herausragende ist wohl, dass Springer und Arcandor gemeinsam etwas starten.” Noch Fragen? (rm)

Absatzwirtschaft