Ebays kleines Skype-Desaster

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Schon anhand der Erfolgsmeldungen anderer Internet-Telefonierer konnte man ahnen, dass der Skype-Hype sich verflüchtigt. Nun verdunsten auch noch die Gründer und für eBay lösen sich damit Milliarden in Luft auf.

Der Gründer und CEO der Internet-Telefonie-Firma Skype, Niklas Zennström, und sein Mitstreiter Janus Friis haben soeben das Weite gesucht – und zeitgleich mit dem Rücktritt ließ Zennström sein neues Web-Projekt Joost live gehen. Ein Indiz dafür, dass ihm Skype schon eine Weile lang am After vorbeiging.  Michael van Swaaij, Strategie-Direktor bei eBay, wird Zennströms Posten vorübergehend besetzen. Er darf nun einen finanziellen Scherbenhaufen nebst Imageverlust zusammen kehren: Die Geschäftsentwicklung bei Skype enttäuscht. So sehr, dass Mutterschiff eBay buchhalterisch gezwungen sei, eine Milliardenabschreibung (1,4 Milliarden Dollar) auf den Unternehmenswert vorzunehmen. eBay packte für Skype damals 2,6 Milliarden Dollar bar auf den Tisch und versprach, in Abhängigkeit vom Wachstum, weitere Zahlungen von bis zu  1,7 Milliarden Dollar. Diese Summe kürzte man nun um 1,2 Milliarden Dollar, denn der Skype-Hype kam nahezu zum Stillstand. Das sind in Summe also 2,6 Milliarden (1,86 Mrd. Euro), die das VoIP-Business von einem Tag auf den anderen weniger Wert ist.
Zudem bekennt sich das Auktionshaus zum Flop und gibt zu, das Potenzial von Skype deutlich überschätzt zu haben. Anhaltspunkt dafür: Im vorigen
Quartal hat der Konzern mit Web-Telefonie gerade einmal 64 Millionen Euro umgesetzt. (rm)

KleinReport