FBI kümmert sich kaum um Cybercrime

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Die Verbrechenssparte mit einem angeblich höherem Umsatz als der Drogenhandel macht dem FBI so gut wie keine Arbeit.

Die US-amerikanische Bundeskriminalpolizei, das Federal Bureau of Investigation, hat die Liste seiner wichtigsten Tätigkeitsfelder veröffentlicht. Und die Anzahl der mit der jeweiligen Verbrechensart befassten Agenten.

Von 11.868 Bundespolizisten befassen sich demnach 5,5 Prozent mit dem drittwichtigsten Verbrechensbekämpfungsprogramm: Cybercrime. Diese an sich bereits schmale Zahl verschmälert sich weiter, wenn man diejenigen angejahrten Netzpolizisten abzieht, die sich in Chaträumen als moralschwache teenage Girls ausgeben, oder die einfach nur angestrengt nach Abbildungen solcher forschen. Wenn es also um Cyberterrorismus oder andere Cybergemeinheiten geht, bleiben 427 oder 3,6 Prozent übrig. Natürlich gibt es Bereiche, die dem FBI noch weniger Arbeit machen, nämlich Dinge wie Korruption in öffentlichen Ämtern, Bürgerrechte, internationale Verbrechensorganisationen, Wirtschaftskriminalität, Gewaltverbrechen, Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen und Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten. Das sind die Plätze vier bis zehn.

Ich fasse es mal so zusammen: Das FBI hat, wie jede Polizeibehörde, vor allem mit der Dummheit Einzelner und deren bescheuerten Verbrechen zu tun. Modische Kriminalitätsfelder wie Cybercrime dienen lediglich als Werbemittel, werden aber nur lustlos beackert. [fe]

Washington Post