Google will nach Europa

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Der Webkonzern will ein neues, mondäneres Image. Dafür soll ein zweites Standbein in Europa her. Mit tausenden neuer Jobs, resultierend aus wichtiger Forschungs- und Entwicklungsarbeit.

Google will sein EU-Standbein auf  US-Niveau bringen und plane, zusätzlich tausende von Technikern und IT-Entwicklern einzustellen. Derzeit sind es in Europa lediglich 500 (von weltweit 7.000). “Mein Ziel ist es, dass das Technikteam für Europa, Nahost und Afrika eines Tages so groß ist wie das in Nordamerika”, bestätigt Nelson Mattos, neuer Leiter der Entwicklungsabteilung bei Google Europa.
Schon heute betreibt der Konzern in zwölf europäischen Ländern Ableger. Seit einiger Zeit ist das Unternehmen zudem bemüht, sich ein europäischeres Image zuzulegen, um eine größere Marktnähe zu demonstrieren. Dies soll auch bei der Akquisition von Werbung helfen.
Auslöser für Googles neue Europastrategie waren sicher die Schwierigkeiten der jüngsten Zeit: Europäische Datenschützer kritisieren die Sammelleidenschaft des Unternehmens. Mit belgischen Zeitungsverlagen lieferte sich Google einen Rechtsstreit wegen der Indizierung von Zeitungsartikeln. Und nun prüft die EU-Wettbewerbsaufsicht auch noch Googles Übernahme des Werbeunternehmens Doubleclick.
“Wir werden in Europa nicht korrekt wahrgenommen”, glaubt Nelson Mattos. “Mein Eindruck ist der, dass Google als großer US-Konzern angesehen wird, der nur hier ist, um Geld zu verdienen.” Komisch, wollen das nicht alle? (rm)

Financial Times