WiMAX: Die Welt ist gerade genug

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Die Vision ist so kühn wie reizvoll: Vom abgelegensten Dorf in Vietnam über jeden Winkel einer Metropole bis hin zum Uni-Campus sollen alle Menschen künftig drahtlos, günstig und simpel über einen schnellen Breitbandzugang verfügen.

Die WiMAX-Technology soll den gar nicht so abwegigen Traum vom globalen Funknetz möglich machen. Dies beschlossen die Teilnehmer der gerade laufenden “WiMAX World Convention” in Chicago. Dazu seien aber noch einige Entwicklungen und Anpassungen der Technologie nötig, die aber schon angegangen werden.
Für WiMAX spricht, dass die Nutzer Breitband-Performance erhalten wie sonst nur bei DSL oder Kabelanschlüssen. Auch die Reichweite von 8 bis 50 Kilometern pro Antenne sei von Vorteil, da nicht an jeder dritten Hausecke ein neuer Sendemast entstehen müsse. Eine einsame WiMAX-Station eines abgelegenen Städtchens könne locker per Satelliten-Link an den Rest der Breitband-Welt angedockt werden. Intel bewies dies modellhaft mit dem vietnamesischen Dorf Ta Van, deren Einwohner nun umsonst surfen dürfen. In kommerzieller Form geht Intel von einer monatlichen Nutzungsgebühr aus, die bei höchstens 25 Dollar (18 Euro) liegen werde.
Mehr als ein Modellversuch sind die Ausbauarbeiten in den USA. Allein Provider Sprint investiert 5 Milliarden Dollar, um ab 2008 rund 100 Millionen Amerikaner in 30 Großstädten via WiMAX ins Internet zu holen.

Um die Performance zu steigern, will Intel die neuen Penryn-Prozessoren (45 nm) in WiMAX-Empfänger integrieren. Motorola kündigte gestern gleich mal einen ergänzenden Chipsatz an, der günstiger, schneller und leichter zu verbauen sei.
Ehrgeiziges Ziel der US-WiMAX-Gang: In fünf Jahren eine globale Verbreitung zu erreichen. Dagegen sprechen eigentlich nur die Elektrosmog-Ängste von empfindsamen Mitbürgern. Aber man könnte ja zum Ausgleich das dann obsolete UMTS-Netz wieder abbauen. (rm)

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