Studie: IT-Abteilungen bremsen Wirtschaft

Allgemein

Das jährliche Wachstum der Industrienationen könnte 6 Prozent höher liegen, wenn es die IT-Abteilungen in den Unternehmen nicht gäbe.

inq_itbremser.jpgWer in größeren Firmen schon mal den unglaublichen Supportservice der eigenen IT-Abteilung erleben durfte, hätte es sich denken können. Mit einer ernsthaften Studie belegt die Management-Beratungsfirma A.T. Kearney nun, dass ein Großteil der IT-Abteilungen europäischer Unternehmen das wirtschaftliche Betriebswachstum behindere. Vor allem das mangelnde unternehmerische Verständnis sei Schuld daran (“…wir brauchen es heute noch. Der Kunde wartet…”).
Die Unternehmen – und damit auch die Gesamtwirtschaft – müssen daher jährlich auf durchschnittlich 6 Prozent Wachstum verzichten, rechnen die Marktforscher hoch. Allein in Deutschland belaufe sich diese Lücke auf mindestens 50 Milliarden Euro.
In fast allen Branchen beklagten die Befragten die teils großen Defizite bei inkonsistenten Daten und die zu langen Reaktionszeiten der IT bei der Erfüllung von Anfragen nebst fehlender Transparenz über den konkreten IT-Nutzen. “Defizite liegen aber auch darin, dass lediglich jedes vierte Unternehmen den tatsächlichen Mehrwert seiner IT-Projekte evaluiert. Es mangelt am Verständnis, welchen Beitrag die IT leisten könnte”, relativiert Michael Römer, Studienleiter bei A.T. Kearny. Leider werde in der “klassischen” Wahrnehmung die IT als reiner Kostenfaktor gesehen. So verwundert es kaum, wenn die meisten Unternehmen in ihren eigenen IT-Abteilungen keinen Wachstumstreiber sehen. Vor diesem Hintergrund integrieren nur 19 Prozent der befragten Unternehmen die IT aktiv in die Strategiephase von Wachstumsprojekten. Ein gemeinsamer Business Case zwischen Geschäft und IT würde viel zu häufig verhindert. Verbesserungsmöglichkeiten sehen die Berater darin, dass die IT ihren Nutzen für das Unternehmen künftig klarer aufzeigt. Dafür müssten die IT-Verantwortlichen aber auch ein stärkeres unternehmerisches Verständnis entwickeln. (rm)

pte