Copyright-Skandal in Kanada

Allgemein

Wenn eine Politikerin mit einem Interessenvertreter ins Bett geht … nein, nicht nur bildhaft gemeint, in echt.

Patricia Neri war Director of Copyright Policy beim Department of Canadian Heritage, was sowas wie das kanadische Kultusministerium zu sein scheint. Sie war für Urheberrechtsfragen zuständig und sagte vor einem Parlamentsausschuss aus, bei dem es um das schnelle Durchpeitschen eines Urheberrechtsgesetzes namens C-59 ging.

Mit im Raum befand sich dabei Douglas Frith, seines Zeichens Präsident der Canadian Motion Picture Distributors Association. Eines Verbandes also, der mit der Motion Picture Association of America (MPAA) verbunden ist und die Interessen der amerikanischen Filminustrie in Kanada vertritt.

Erst später erfuhr die Öffentlichkeit, dass der oberste Interessenvertreter und die zuständige Politikerin auch eine höchst private Verbindung pflegen. Was auch in Kanada mit gewissen ethischen Richtlinien kollidiert, wenn es mit einem solchen Interessenkonflikt verbunden ist. Patricia Neri wurde inzwischen von ihrem Amt entbunden.

Ethische Richtlinien für Lobbyisten gibt es offenbar ohnehin nicht. Douglas Frith kann seinem Gewerbe weiterhin nachgehen.

(von Nick Farrell/bk)

Inquirer UK

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