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DOSSIERS

Vergleich KDE und GNOME
Giganten-Wettstreit

von Dr. Klaus Manhart 0

Warum zwei Desktops?

Vergleich KDE und GNOME

Warum es mit KDE und GNOME überhaupt zwei unterschiedliche Desktop-Umgebungen gibt, hat vor allem historische Gründe. KDE war die erste GUI für Linux. 1996 begann Matthias Ettrich mit der Entwicklung von KDE. Er setzte damals auf die Oberflächenbibliothek Qt von Trolltech, die den Nachteil hatte, dass sie nicht unter einer freien Lizenz stand. Die Konsequenz: Als die erste Verison von KDE Mitte 1998 erschien, hagelte es Kritik an der Verwendung eines unfreien Programmpakets seitens der Linux- Community. Die Community befürchtete, dass der Qt-Hersteller Trolltech durch eine Lizenzänderung das gesamte Projekt zu Fall bringen könnte. Eine der Konsequenzen der Lizenzdiskussion war, dass das lange Jahre nur als Idee existierende GNOME-Projekt in Angriff genommen wurde, um einen vollkommen freien Desktop zu schaffen. Das Projekt wurde ursprünglich bereits 1997 von Miguel de Icaza und Federico Mena initiiert. Die Programmierer entschieden sich, für GNOME auf das in GIMP verwendete GIMP-Toolkit (GTK+) zurückzugreifen und die Programmiersprache C anstelle von C++, die bei KDE zum Einsatz kommt, zu verwenden. Durch die Verwendung von C versprach man sich bessere Portabilität und eine Anbindung von anderen Programmiersprachen. Nachdem GNOME an Popularität zulegte und allmählich benutzbar wurde, gab Trolltech im September 2000 dem wachsenden Druck und der Überzeugungsarbeit der KDEEntwickler nach und stellte die Linux-Version der Qt-Bibliotheken unter die GNU-GPL. Die Grafikbibliothek gibt es seitdem in einer kommerziellen Variante und in einer freien Version. Ein Schritt, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Schlimmstenfalls könnte der Hersteller die GPL-Version nicht mehr weiterentwickeln. Damit war nun endlich der Weg frei für die Aufnahme von KDE in Linux-Distributionen, die sich der Integration bislang mit Verweis auf die Lizenzproblematik verweigert hatten und stattdessen GNOME als Standard unterstützten.

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