DOSSIERS
Vergleich KDE und GNOME
Giganten-Wettstreit
Zwei Philosophien
Vergleich KDE und GNOME
Die Torvalds-Kritik führt gleich mitten hinein in die unterschiedlichen Grundkonzepte beider Desktops. Die GNOME-Philosophie legt mehr Wert auf gutes Design und Usability, engt dafür aber die Konfigurationsmöglichkeiten teils drastisch ein. KDE punktet hingegen mit größeren Freiheiten für den User, bietet viele zusätzliche Features und Erweitungsmöglichkeiten und eine vollständige grafische Konfiguration des Desktops. Das KDE-Konzept impliziert damit einen Nutzer ohne Scheu vor Komplexität. GNOME hingegen will den User nicht mit Optionen überfordern. Dialogfenster zeigen in GNOME oft nur die wichtigsten Auswahlmöglichkeiten. Weniger häufig gebrauchte Funktionen werden hinter ausklappbaren Untermenüs versteckt oder stehen unter der grafischen Oberfläche gar nicht zur Verfügung. Nicht nur Torvalds, sondern viele andere KDE-Anhänger werfen GNOME vor, den Anwender zu bevormunden und ihm komplexere Möglichkeiten vorzuenthalten. Die GNOME-Gemeinde wiederum kritisiert die überbordende Funktionsvielfalt von KDE, bei dem bereits das Kontrollzentrum den Nutzer im Optionsdschungel herumirren lässt. Dazu passt, dass die GNOME-Entwickler Wert auf ein stimmiges, zusammenhängendes Oberflächendesign legen. Dieses soll über die von SunMicrosystems betreute Human Interface Guideline garantiert werden und dem Nutzer die Bedienung erleichtern. Neben Schlankheit, gutem Design und Nutzerfreundlichkeit legt das GNOME-Projekt auch Wert auf Barrierefreiheit und regelmäßige, nur sechs Monate lange Releasezyklen. Was bis zum Releasedatum nicht fertig ist, wird in die nächste Version geschoben. Neue KDE-Versionen werden hingegen erst dann veröffentlicht, wenn die vorgegebenen Ziele erreicht sind.






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