E-Payment-Forum: Zahlungsabläufe müssen integriert werden
Automatisierte Zahlungsprozesse sind besser

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Der Online-Handel steht und fällt mit der Zahlung. Je besser sie in die Geschäftsprozesse eines Unternehmens integriert ist, desto besser läuft der Shop und das Ausfallrisiko sinkt.

Zu viel Copy-Paste im Zahlungsverkehr

E-Payment-Forum: Zahlungsabläufe müssen integriert werden

“Es kommt nicht mehr darauf an, ein isoliertes Zahlungsmittel zu implementieren, sondern es geht darum, den Zahlungsprozess in die Geschäftsprozesse eines Unternehmens zu integrieren.” Das betont Michael Hülsiggensen, General Manager bei EOS Payment Solutions auf dem E-Payment-Forum in Berlin.

Betroffen sind Warenwirtschaftssystem, Kundenstamm, Logistik, Auslieferung, die debitorische Verabeitung und das Forderungs-Management. Ziel ist es, die Zahlungsprozesse so weit wie möglich automatisch ablaufen zu lassen.

Ein Beispiel zeigt, wie differenziert die unterschiedlichen Zahlungssysteme nach dem Klick im Online-Shop verarbeitet werden: So wird eine Nachnahme sofort ausgeliefert und einzeln gebucht. Kreditkarten und Lastschriften aber verlangen ein Clearing mit dem Payment-Service-Provider und man trifft sie in der Buchhaltung unter der Rubrik “Sammelbuchung” wieder.

Wenn die Integration vollständig gelingt, laufen die Prozesse schneller, denn manuelle Arbeiten wie Copy-Paste und Abtippen von Kontodaten entfallen. So können säumige Zahler zeitnah erinnert werden.

Aber eine zeitnahe Bearbeitung durch Integrierte Zahlungsprozesse ist noch lange kein Standard. Hier gibt es Handlungsbedarf, denn es fehlt an Schnittstellen für einen automatisierten Datenaustausch mit externen Dienstleistern wie Inkasso-Büros oder Zahlungs-Abwicklern, wie eine aktuelle Händlerumfrage feststellt, die ibi research GmbH gemeinsam mit fünf Lösungsanbietern durchgeführt hat (IT im Unternehmen berichtete).

So holen sich zwar die Hälfte der 574 befragten Online-Händler Unterstützung von Inkasso-Unternehmen, wenn der Kunde gar nicht zahlt, aber nur 14 Prozent nutzen dafür automatisierte Schnittstellen. Populärer sind immer noch Brief und Fax (43 %) sowie E-Mail (43 %).


Kunden in Risikoklassen einteilen

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Dass die IT im Handel einen Beitrag zur Prozessoptimierung leisten muss, betont auch die aktuelle IDC-Studie “IT-Trends im Handel in Deutschland 2007“. Als weiteres wichtiges Thema stellen die Analysten das Sammeln und Analysieren von Kundendaten heraus – ein Thema, das das Zahlungsausfallrisiko weiter mindern kann.

“Nur mit einer sauberen Identifikation der Kunden lässt sich ein Zahlungsausfallrisiko von unter 2 Prozent zumindest in der Versandhandelsbranche realisieren”, betont Hülsiggensen. Eine Risikoanalyse und eine darauf aufbauende Klassifierung der Kunden kann das Risiko des Händlers weiter mindern: Dann bestimmt die Risikoklasse die Zahlungsart.

Wie die Grafik zeigt, können so auch risikobehaftete Kunden im Shop kaufen – zum Beispiel per Vorkasse oder Giropay, während die aus Sicht der Bonitäts-Datenbanken pünktlichen Zahler als Krönung des Vertrauens den Gegenwert für die bestellte Ware per Rechnung oder Lastschrift begleichen dürfen.

Wichtig ist, dass die Ergebnisse externer Quellen bei der Analyse der Kunden-Identität oder beim Forderungsmanagement in die internen Daten zurückfließen, damit sie dem Unternehmen für die Zukunft als eigene Informationen zur Verfügung stehen.