„Andere in dieser Branche machen die fetten Gewinne“

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So lautete das Klagelied von Acer-CEO Gianfranco Lanci auf der globalen Pressekonferenz in Madrid. Die Firmen Intel und Microsoft nannte er nicht beim Namen.

Die PC-Branche sei „völlig anders“ als alle anderen Branchen. Die drei bis vier Prozent Gewinnspanne, die für die PC-Hersteller reichen müssen, wären in jeder anderen Branche undenkbar.

Der erbitterte Wettbewerb sei einer der Gründe, aber es gebe auch andere. Lanci musste sich offensichtlich zurückhalten, um nicht erneut zu einer heftigen Attacke auf Microsoft anzusetzen. Wie die früher in diesem Jahr, als er Vista eine lahme Ente genannt hatte.

Acer komme noch relativ gut mit der schmalen Marge zurecht und habe weiterhin vor, die Nummer eins zu werden. Die Firma erwartet in diesem Jahr Einnahmen von 13,5 bis 14 Milliarden $ und will es 2008 sogar auf einen Gesamtumsatz von 20 Milliarden $ bringen.

Eine bessere Gewinnspanne sei jedoch nur über Kosteneinsparungen zu erreichen. Die seien nur begrenzt möglich, doch Acers CEO hätte auch gerne Margen wie die von einigen Komponenten- und Softwareherstellern:

„Ein paar Leute machen eine Menge Geld und der Rest von uns nur 3 – 4 Prozent“, seufzte er, „aber ich glaube, das wird sich ändern.“

Die hellhörigen Schreiber drängten ihn, seine Gedanken weiter auszuführen. Wie er denn bitte gedenke, Firmen mit fetten Gewinnspannen wie Intel unter Druck zu setzen?

„Wir wollen niemanden unter Druck setzen, da ziehe ich nicht mit“, wehrte er ab. Eine hörbare Stille breitete sich aus.

(von Paul Hales aus dem verregneten Madrid/bk)

Inquirer UK