Open-Xchange Express Edition
Groupware und Linux im Paket

BetriebssystemOpen SourceSoftwareWorkspaceZusammenarbeit

Kleine Unternehmen, die sich nicht mit Linux und der Einrichtung des Open-Xchange Servers herumschlagen wollen, bekommen mit der Express Edition Betriebssystem und Groupware im Paket. Installation und Systempflege sind denkbar einfach.

Einfache Installation trotz Linux

Open-Xchange Express Edition

Die Groupware Open-Xchange benötigt ein Linux als Unterbau, doch gerade kleine Unternehmen verfügen oftmals nicht über das Know-how für Installation und Pflege eines Linux-Systems oder haben nicht ausreichend Ressourcen dafür. Daher bietet Open-Xchange nun mit der Express Edition ein Komplettpaket bestehend aus Ubuntu Linux und Open-Xchange an, das einfach zu installieren ist.

Der Nutzer wird mit Dialogen durch die Installation geleitet – er braucht lediglich die Sprachauswahl zu treffen, kann bei Bedarf die Partitionierung ändern und vergibt einen Rechnernamen. Die Netzwerkeinstellung bezieht das System via DHCP, Hardware-Erkennung und Einrichtung erfolgen dann automatisch.

Nach etwa einer Viertelstunde läuft die Groupware und der Nutzer findet sich auf der Kommandozeile wieder. Doch keine Angst, die Konfiguration erfolgt bei Open-Xchange komplett über ein Web-Frontend. Auf dieses kann von einem zweiten Rechner über http://server-ip/admin, den Benutzernamen oxadmin und das bei der Installation gewählte Passwort zugegriffen werden.

Abgesehen davon werden bei der Installation noch zwei weitere Benutzer angelegt: admin für den Server-Login auf der Kommandozeile und postmaster als Empfänger für Systemmails und fehlgeleitete Nachrichten.


CD einlegen und los gehts: Mit wenigen Schritten und ohne Linux-Kenntnisse ist die Express Edition von Open-Xchange installiert.


Enrichtung per Web-Oberfläche

Open-Xchange Express Edition

Nach dem Login sollte der Admin als erstes im Bereich Maintenance die Registrierung bei Open-Xchange erledigen, um Zugang zum Support-Bereich zu erhalten. Dann kann er den Lizenzschlüssel aktivieren und das System auf den neuesten Stand bringen. Im Test dauern das Herunterladen und Installieren aller Updates knapp eine halbe Stunde.

Sind unter Netzwerk/Mailserver alle Mail-Domains und – bei Bedarf – ein Mailreleay eingetragen, kann der Admin daran gehen, Benutzer, Benutzergruppen und Ressourcen anzulegen. Ressourcen können beispielsweise Besprechungsräume oder Notebooks für Dienstreisen sein. Leider gibt es keine Möglichkeit, über das Web-Frontend Benutzer zu importieren oder die Benutzerdaten, die für alle Mitarbeiter eines Unternehmens gleich sind wie die Postadresse, einmalig für alle User einzupflegen.

Ist alles erledigt, lässt sich unter System/Wiederherstellen ein Backup anlegen. Unter System/Dienst kann falls notwendig der Server neu gestartet oder ausgeschaltet werden. Gibt es Performance-Probleme, liefert der Menüpunkt Überwachung grafisch aufbereitet Daten zur Systemauslastung.


Open-Xchange wird vollständig über eine Web-Oberfläche administriert. Hier werden Updates eingespielt, Backups erstellt und neue Benutzer angelegt.


Webmail oder Outlook

Open-Xchange Express Edition

Open-Xchange stellt den Anwendern alle Mails, Kontakte, Termine und Aufgaben über ein Web-Frontend bereit, das unter http://server-ip und https://server-ip zu erreichen ist. Die Bedienung ist einfach und dank Ajax-Technik durchaus komfortabel, auch wenn man bisweilen etwas warten muss, bis Seiten geladen oder aktualisiert sind.

Praktisch ist die Infostore genannte Dokumentenablage, die sogar eine Versionskontrolle mitbringt. Hier können die User ihre Daten ablegen, mit anderen Elementen – etwa Terminen oder Aufgaben – verknüpfen und bei Bedarf für andere Benutzer freigeben. Der Infostore lässt sich auch via Webdav in den Windows Explorer einbinden, der Zugriff erfolgt über http://server-ip/servlet/webdav.infostore. Leider kommt der Benutzer auf diese Weise nur an die jeweils letzten Version der Dateien und nicht an frühere oder zugehörige Informationen.

Natürlich lassen sich die Mails mit einem Mail-Client verwalten – Open-Xchange bietet dafür POP3- und IMAP-Unterstützung. Mithilfe des OXtenders können Kontakte, Termine und Aufgaben zudem mit Outlook abgeglichen werden. Die kleine Software muss zwar nochheruntergeladen werden, da sie nicht auf der Installations-CD beiliegt, ist dann aber schnell installiert und versieht unauffällig im Hintergrund ihre Synchronisationsarbeit.


Für den Zugriff auf Mails und andere Daten wird nur ein Browser benötigt, so stehen alle Informationen an jedem Rechner mit Internetzugang bereit ? ganz egal, ob in der Firma, Zuhause oder beim Kunden.


Fazit

Open-Xchange Express Edition

Mit Open-Xchange kommen kleine Unternehmen erfreulich schnell und unkompliziert zu einer leistungsfähigen Groupware-Lösung, die das Budget nicht überstrapaziert. Es lassen sich nicht nur Mails, Kontakte, Termine und Aufgaben verwalten, sondern auch Dokumente. So steht einer effizienten Teamarbeit nichts im Wege ? zumal man beim Zugriff auf die Daten dank Weboberfläche und Outlook-Integration flexibel ist..

Open-Xchange Express Edition
Hersteller:
Open-Xchange
Internet:
www.open-xchange.com/de
Preis:
822,77 Euro (Lizenz für 1 Jahr, 20 User, Zugang zum Support-Bereich + 3 Support-Anfragen)

Note: gut
Leistung (40 %): gut
Ausstattung (40 %): gut
Bedienung (20 %): sehr gut

Das ist neu
– einfache, dialoggesteuerte Installation von Ubuntu Linux und Open-Xchange
– Konfiguration komplett über Web-Frontend

Systemvoraussetzungen
Prozessor: Athlon64/P4
Arbeitsspeicher: 1 GByte
Festplatte: 500 MByte + Speicherplatz für Postfächer und Dateien der User