Wireless USB macht Sorgen
Noch eine Drahtlos-Technik, die Kopfzerbrechen bereitet

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Der Einsatz der neuen drahtlosen USB Technik will gut überlegt sein, bevor diese in Unternehmen eingesetzt wird.

Bereichert WUSB die IT-Welt wirklich?

Wireless USB macht Sorgen

Es sieht so aus, als ob in naher Zukunft eine weitere drahtlose Technologie die IT-Welt bereichern wird – und zwar in Form von Wireless USB (WUSB). Auf der Basis von WiMedia’s Ultra Wide Band (UWB) Funktechnik aufgebaut, verzichtet WUSB auf Drähte, wenn PCs an Peripherie wie Drucker oder externe Speicher angebunden werden. Das ist ähnlich Bluetooth – aber bei 480Mbit/s viel schneller.

Toll, mag man denken, insbesondere für die Nutzer zu Hause, die von dem ganzen Kabelsalat die Nase voll haben. Es gibt bereits WUSB-Produkte von Anbietern wie Belkin und D-Link in den USA. Europäische Versionen werden noch im Laufe der kommenden Monate erwartet. Unternehmen aber kann schon die gegenwärtige Flut drahtloser Lösungen arges Kopfzerbrechen bereiten, von USB und anderen Peripherie-Geräten ganz zu schweigen.

Dem Anschein nach ist WUSB vor allem eine Lösung für den durchschnittlichen Einzelverbraucher, die auf die Unternehmenswelt eine nur sehr begrenzte Auswirkung haben sollte. Schließlich ist es eine Technik mit kurzer Reichweite (bis zu 10 m), die verschiedene Funkfrequenzen (3-10GHz) verwendet und bei den 2,4GHz, die von Wi-Fi und Bluetooth genutzt werden, sollten Überlagerungen kein Problem sein. Mit Verwendung der 128bit AES-Verschlüsselung dürfte zumindest für die Sicherheit gesorgt sein.


WUSB – Datenraub per Hosentasche

Wireless USB macht Sorgen

Aber Technologien für den Privatgebrauch haben nun mal einen Hang dazu, sich auszuweiten. Um so mehr, als die Anbieter schnell damit beginnen, den Support für neue Technologien in Laptops und Desktop PCs zu integrieren – wie es mit WUSB bereits geschieht. Außerdem wird unsere unendliche Liebesbeziehung zu allen drahtlosen Gerätschaften bald dazu führen, dass WUSB sich ganz selbstverständlich seinen Platz im Büro erobert. Und dann heißt es wirklich: Holzauge sei wachsam!

Man bedenke: Mit nichts weiter bewaffnet als mit einem USB-Speicherstick kann man bereits eine Dampfwalze durch sorgfältig gefertigte Verteidigungsanlagen für die Netzwerksicherheit jagen. Daten, die auf diese Art in den PC eingelesen werden, sind häufig nicht auf Viren untersucht. Und es ist natürlich absolut nicht zu verhindern, dass Dateien in die andere Richtung kopiert und dann völlig gelöscht werden. CD/DVD-Drives wie auch externe Festplatten und Speichermedien ganz allgemein sind genauso bedrohlich.

Solche Geräte auszuschließen oder zumindest ihren Gebrauch zu kontrollieren, ist schon schwer genug, wenn sie physisch in einen PC eingestöpselt werden müssen, damit sie funktionieren. Fast unbeherrschbar wird das aber mit Wireless USB, wenn der Datendieb nur noch mit seinem Teilchen in der Hosentasche vorbeikommen muss.

Ich will kein Panikmacher sein und auch nicht gegen die Einführung der WUSB-Produkte argumentieren, die ansonsten sowohl für die privaten Nutzer als auch für Firmennutzer eine gute Sache sein wären.

Aber es ist äußerst wichtig, dass Netzwerkmanager und andere Personen, die für die Sicherheit verantwortlich sind, die Auswirkungen ihres Einsatzes verstehen, darüber nachdenken und nicht nur die Vorzüge sehen.