HP Blackbird 002 breitet seine Schwingen aus

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Eigentlich ist es Voodoos Blackbird. HP kaufte sich den Spezialisten für Gaming-PCs, um gegen Dells Alienware-Rechner anzutreten. Charlie Demerjian hat sich das Ergebnis in San Francisco angesehen und war beeindruckt:

VoodooHP hat jetzt mit dem Blackbird 002 sein erstes Produkt aufsteigen lassen. Voodoo-Gründer und Chefentwickler Rahul Sood stellte sein Küken vor ein paar Tagen in San Francisco vor.

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Um es kurz zu machen: Statt nur Plastik, Farbe und LEDs hinzuzufügen, haben sie sich die Zeit genommen, es richtig zu machen.

Das solide Aluminium-Gehäuse stammt von einem chinesischen Autohersteller.

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Voodoo konnte sich bei all den Teilen bedienen, die HP so auf Lager hat. Sie haben die richtigen ausgesucht. Das zeigt sich schon bei den Scharnieren und daran, dass man ohne Werkzeug an fast alles herankommt. Das Seitenteil schwingt zur Seite und lässt sich ganz leicht abnehmen. Das wurde von der ML-Serie der Server übernommen und war eine gute Wahl.

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Wenn man die Box öffnet, ist gar nicht so viel zu sehen. Alle Steckplätze sind mit Blenden versehen – natürlich ebenfalls mit Scharnieren, kein Werkzeug erforderlich. Sichtbar sind eigentlich nur das Mainboard mit CPU und Arbeitsspeicher. Auf dem Bild drüber ist die Abdeckung der Karte geöffnet.

Die 5,25-Zoll-Buchten sind vertikal im Chassis über den Festplatten montiert. Insgesamt fünf 3,5-Zoll-Festplatten finden Platz und werden einfach auf Trays ins Gehäuse geschoben, ohne schrauben zu müssen.

Reichlich LEDs hat die Schwarzdrossel auch, aber sie haben es wenigstens nicht überzogen. Die Prototypen, die wir sahen, hatten grüne LEDs. Sie haben für die endgültige Version jedoch einen freundlicheren bläulich-weißen Farbton versprochen. Und das Beste daran – sie lassen sich abschalten, dafür gibt es extra einen Schalter.

Das 1100-Watt-Netzteil ist am Boden des Gehäuses platziert, nicht oben. Ein weiteres Beispiel für ein Gehäuse, das mehr für die Funktion als die Form entwickelt wurde. Der PC ist auf einem extrem stabilen Standfuß platziert und kann die Luft auch von unten ansaugen, um das Netzteil direkt zu kühlen und einer möglichen Überhitzung vorzubeugen..

Die Blackbirds, die ich sah, waren alle wassergekühlt. Es waren High-End-Systeme mit einem Quad-Core-Prozessor und zwei GPUs. Es drehen natürlich auch Lüfter im System, um die unverzichtbaren Luftströme zu erzeugen. In dieser Umgebung mit rund 20 Blackbirds ließ sich die Lautstärke nicht wirklich beurteilen, aber es war zumindest kein nervendes Lüfterheulen zu vernehmen.

Es gibt nicht die eine Blackbird-Konfiguration, sondern eine Palette von Rechnern. Die Zusammenstellungen sollen von 2600 $ bis etwa 6500 $ gehen. Wir wir erfuhren, werden CPUs von Intel und AMD verfügbar sein sowie GPUs von Nvidia und ATI.

Die verbauten Teile sind nicht exklusiv. Sie sind aus dem High-End-Regal, gut ausgesucht, aber eben aus dem Regal. Es gibt kein Voodoo/Blackbird-Mainboard, keine extreme Höllen-GPU, nur sorgfältig ausgewählte Teile. Man kann eine Menge erreichen, indem man die richtigen Teile miteinander paart. Es sind keine Wunder zu erwarten, nur solide Funktionalität.

Die Blackbirds werden nicht bei HP montiert, sondern stammen noch immer aus der erweiterten Voodoo-Fertigung. Es ist durchgehend Handarbeit. Die Entwickler wechseln sich ab im Support, so dass man immer jemanden an die Strippe bekommt, der im Gegensatz zum üblichen HP-Support wissen sollte, wovon er redet.

Wer sich nach einem High-End-PC umsieht, sollte in jedem Fall einen Blick auf diesen Vogel werfen.

(von Charlie Demerjian/bk)

Inquirer UK