Qualcomm verliert im Monopolstreit um Telekommunikationstechnik

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Nach Microsoft in der Software-Branche muss sich nun auch ein Telekommunikationsanbieter den Vorwürfen erwehren, seine Marktposition zum Schaden anderer auszunutzen. Qualcomm hat vor Gericht nun gegen den Kläger Broadcom verloren.

Ein US-Gericht entschied, dass Broadcom genügend Fakten geliefert hätte, um Qualcomm definitiv der Ausnutzung eines Monopols zu überführen: Am gestrigen Dienstag entschied das Berufungsgericht in New Jersey, dass an den Behauptungen der Mitbewerber im Markt für Telekommunikations-Chips etwas dran ist. Kurzum: Qualcomms Lizenzpraktiken gefallen den Richtern nicht.

Broadcom hatte Qualcom vorgeworfen, für eine als Standard anerkannte Technik nachträglich zu hohe Lizenzgebühren zu verlangen und dies nur bei unternehmen zu tun, die keine Qualcomm-Chips benutzen. Das Urteil revidiert eines, das zuvor bereits zugunsten Qualcomms gefällt wurde. Die Technik des Unetrnehmens, zu deren fairen Nutzen sich das Unternehmen gegenüber Standardkommittees verpflichtete, sorgte für die Interoperabilität unterschiedlicher Mobilfunk-Angebote.

Die Richter erklärten nun, dass Qualcomm definitiv eine Monopolstellung besitze und diese willkürlich ausnutze – und das nicht aufgrund besonders guter eigener Produktentwicklung oder Geschäftsprinzipien, sondern weil man eben den Standard “besitze”.

Das Gerangel zwischen den beiden Unternehmen wird weitergehen: Qualcomms Anwalt erklärt, das Gericht habe nur zwei von Broadcoms insgesamt sechs Behauptungen bestätigt, aber vier Anklagepunkte abgelehnt. (mk)

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