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Brockhaus multimedial 2008 premium
Mobile Bildung: Brockhaus mit Podcast-Funktion

Neue Texte, Artikel-Export als MP3 und integrierte Bildungs-Podcasts – was leistet der brandaktuelle Brockhaus 2008 tatsächlich?

Neu im Multimedia-Lexikon

Brockhaus multimedial 2008 premium

Was kann man einem so umfassenden digitalen Lexikon wie dem Brockhaus multimedial noch Neues angedeihen lassen – außer Artikel-Updates? Die Lexikographen folgen ganz dem Podcasting-Trend und gestatten erstmals den Artikelexport als MP3-Datei für die Bildung unterwegs. Ob das Feature wirklich taugt und was der brandaktuelle Brockhaus 2008 sonst so bietet, lesen Sie in unserem Test.

Der Brockhaus multimedial 2008 premium ist neben Microsofts Encarta das größte deutschsprachige digitale Lexikon und hat dieses Jahr die Nase weit vorn. Denn Microsoft Deutschland weiß noch nicht zu sagen, wann und ob es überhaupt eine Stand-alone-Version 2008 von Encarta geben wird. Den pressfrischen Brockhaus haben wir uns mit aktueller Artikeldatenbank vom 2.9.2007 genauer angesehen.

Lexika auf DVD müssen sich schon etwas Besonderes überlegen, wenn sie gegen die Fülle und Aktualität einer Web-Enzyklopädie wie Wikipedia bestehen wollen. Allein mit den 260.000 Artikeln (335.000 Stichwörter, 19,5 Millionen Wörter) gelingt dies nicht mehr. Das wichtigste Argument für den Brockhaus ist sicher seine redaktionelle Zuverlässigkeit, aber das reicht vielen Anwendern nicht. Und so hat Hersteller BIFAB den Podcasting-Trend in sein Lexikon integriert: Eine eigene MP3-Bibliothek ist artikelweise exportierbar und neben sämtlichen Lexikonartikeln findet sich jetzt ein Button “MP3-Ausgabe”, der einen MP3-Download veranlasst.

Fraglich ist jedoch, wer sich diese akustische Herausforderung antun will. Kompressionsrauschen sowie Roboterstimme samt falscher Betonung und unnatürlicher Sprechrhythmik machen das Zuhören zur nervigen Geduldsprobe. Die Idee ist sehr gut, aber die Umsetzung misslungen. Zudem sind nicht alle Artikel für den MP3-Export geeignet. Bei einer knapp 65minütigen Abhandlung über China (ca. 15 MByte) lohnt sich das schon, aber einen 45-Sekunden-Clip (ca. 2 MByte) über “Aberglaube” (akustisch als “ab-er-glaube” verbrämt) braucht niemand auf seinem MP3-Player.


(Für Podcast-Fans gibt es die Brockhaus-Artikel jetzt als MP3-Export leider in unbefriedigender Akustik)

Neu ist auch ein interaktives Feature zur Architekturgeschichte. Die hier akustisch vorgetragenen Beiträge klingen sehr gut. das Kartenmaterial zur Entwicklung der Architekturstile in Europa ist sehr übersichtlich. Das Modul eignet sich vor allem für Schüler, die sich im Kunstunterricht mit Epochen und Stilen beschäftigen. Vermutlich findet sich das Feature auch deshalb unter dem Menüpunkt “Lernen”.


Übersichtlich und interaktiv: Architekturgeschichte nach Epochen, Stilen, Jahren und Wirkungsbereichen

Erweitert wurde das Lexikon auch im Themenbereich Film und Theater. Mit rund 1000 Biografien von Schauspielern wurde der Datenbestand ergänzt. Die Informationen sind im Umfang jedoch oft sehr dürftig und auf Geburts-/Todestag, Ort sowie wenige Werke beschränkt.

Sehr gut gefällt, dass Aktualisierungen des Lexikons bis zum 31.12.2008 inklusive sind. Auch um die Betriebssystemplattform muss sich niemand sorgen: Der Brockhaus multimedial kommt auf zwei DVDs und beinhaltet Versionen für Windows, MacOS und Universal Binary sowie für Linux.

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