Musiker hassen das Internet

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Nicht alle, aber 50jährige Goth-Diven und Ex-Punkstars. Immerhin nicht ohne Selbstkritik.

In dem Moment, in dem Punk kommerziell wurde, verlor er seine Zähne”, erklärte die mittlerweile 50jährige Susan Ballion, besser bekannt als Siouxsie Sioux und im Zusammenhang mit ihrer 70s/80s-Punkband the Banshees. Ebenfalls bedauerlich fand sie, dass das Video zu ihrer neuen Single “Into a Swan” schon vor der Veröffentlichung auf YouTube zu finden war. Frau Sioux wörtlich weiter “Technology – I hate it. Everybody has downloaded it. You try to stop it, but it’s pointless”. Gut erkannt, werte Dame, man kann Revolutionen nicht aufhalten. Punk ebensowenig wie das Internet. Es wäre sinnlos, Downloads unterbinden zu wollen. Es mag nun schwierig für jemanden erscheinen das zu akzeptieren, der vom Teenageralter an vom Verkauf von Tonträger und Konzerttickets gelebt hat. Aber das Geschäftsmodell für Musik wird sich dennoch verändern.

In Erinnerung an die lebhafte Diskussion um den Beitrag zum internethassenden Elton John möchte der Ihnen sehr ergebene Verfasser dieser Zeilen anmerken, dass er in seiner Jugend durchaus begeisterter Fan der oben beschriebenen Diva war (im Gegensatz zum erwähnten Orgelquäler Elton John) und aus Nostalgiegründen immer noch umfangreiches Vinyl aus ihrem Werk besitzt. Trotzdem, und ungeachtet aller anerkennenswerter Kreativität in Make-Up und Musikschaffen: sie hat nicht verstanden, was heute los ist. Macht ja nichts. Sie hat bereits mindestens zwei nachfolgende Musikgenerationen schwer inspiriert, die dann aber schon mit der Gegenwart des Internet prima klarkommen. [fe]

The Times