EA-Chef: Eine Schande, wenn Crysis in Deutschland nicht erscheinen darf

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Die Games kommen aus ihrer Nische und entwickeln sich zum Massenmarkt, meint John Riccitiello. Und sagt auch, was er von Zensur jedwelcher Art hält.

Sein Laden sei inzwischen ein Medienunternehmen geworden, erklärte Riccitiello, der seit April Electronic Arts führt, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Und einige der Titel werden bald über 15 Millionen Menschen weltweit erreichen. Bedauerlich sei allerdings, dass noch immer viele Spiele von ihren Vorgängern abkupfern.

Und was, wenn die „Killerspiele“-Debatte zu einem Verbot von Schießspielen in Deutschland führt? Eigentlich kein großes Problem für EA: „Dann verkaufen wir keine Shooter mehr in Deutschland. Unser wichtigstes Geschäft sind Sportspiele. Shooter-Produkte gehören nicht einmal unter unsere drei wichtigsten Kategorien – und Deutschland ist nur ein Markt von vielen, wenn auch ein wichtiger.“

Stören würde ihn ein Verbot aber doch: „Nun, wir haben in Deutschland Crytek als Partner, ein junges Softwarehaus aus Frankfurt. Sie entwickeln den Shooter Crysis, den wir im Herbst veröffentlichen werden und auf den viele Spieler warten. Es wäre eine Schande, wenn solche Produkte nicht mehr erscheinen dürften. Und es würde mich an die Art von Zensur erinnern, die dem Ansehen eines Landes schadet.“

Es sei eine unsinnige Annahme, diese Spiele würden das Töten trainieren: „Fakt ist, dass Gewaltdarstellungen in Europa und in Deutschland ein größeres Thema sind als in anderen Teilen der Welt. In Nordamerika etwa regen sich die Leute viel mehr über Nacktdarstellungen auf als über Gewalt. Spiele sind vergleichbar zu Filmen und Büchern. Das Angebot sollte die Bandbreite des Geschmacks und die Vorlieben der Spieler widerspiegeln. Was heute in einem Land als Filmszene erlaubt ist, wird bei uns gestrichen.“

(bk)

SZ

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