Dateilöschung führt zu Klage wegen Urheberrechtsverletzung

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Absurd. Die US-Firma Coupons Inc will Konsumenten verbieten, die eigene Coupon-Software und deren Registry-Einträge zu löschen.

Wer die Gutschein-Software der Coupons Inc. löscht, obwohl er sie zuvor heruntergeladen hat, macht sich nach Ansicht des Unternehmens strafbar. Dies berichtet TheInquirer. Per Online-Werbung bietet die Firma Gutscheine an. Durch diese können Produkte bekannter Lebensmittelhersteller in den US-Supermärkten billiger eingekauft werden. Jeder Coupon hat eine Seriennummer, die Software des Anbieters wacht darüber, dass nicht zu viele Rabattgutscheine ausgeduckt werden.

John Stottlemire, den die Zeitschrift Wired den “DVD Jon des Coupon-Ausschneidens” nennt, hat Code und Anleitungen veröffentlicht, um die Begrenzung der ladbaren und ausdruckbaren Gutscheine aufzuheben: Einfach die Anwendung löschen und dann neue Downloads starten.

Nun hat Coupons Inc. geklagt. Die in San Jose eingereichte Klage beruft sich auf den “Digital Millenium Copyright Act (DMCA)” und verlangt von Stottlemire hohen Schadensersatz. Dieser könnte als Hacker, der einen urheberrechtlichen Schutz umgangen hat, verurteilt werden – was er selbst ganz anders sieht: “Ich habe lediglich Dateien oder Registry-Schlüssel gelöscht. Nichts wurde gehackt. Nichts wurde entschlüsselt, auf das sich das DMCA auch nur entfernt beziehen könnte.?

Das absurde US-Gesetz hat bereits zu mehreren unglaubwürdigen Verhaftungen und Klagen geführt. Zahlreiche US-Unternehmen nutzen es offenbar, um die eigene technische Kurzsichtigkeit zu umgehen. (mk)

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