Skandal: Firmen kauften IT-Award

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Die Vergabeprozedur des deutschen IT-Preises “Plus X Award” scheint alles andere als koscher zu verlaufen.

Der Produkt-Wettbewerb, der durch seine Plus-X-Siegel  den Konsumenten die Orientierung in der Vielfalt der Hightech-Produkte erleichtern will, ist laut Recherche der Computerbild unseriös. Die Hersteller der Produkte müssen zahlen, um überhaupt am Wettbewerb teilnehmen zu können – und im Fall einer Prämierung sei erneut Geld fällig. Zudem scheint die Jury einige der Siegerprodukte gar nicht erst gesehen zu haben, da laut Teilnahmebedingungen das Einschicken des Produkts zwar empfohlen wurde, aber nicht unbedingt notwendig war!
Mehr noch: Einige der Siegerprodukte gibt es bisher nur als Prototypen. Trotzdem befand die Jury sie für würdig, das Siegel für besonderen “Bedienkomfort” zu erhalten. Süffisant: Gerade in dieser Kategorie wurden drei Kameraobjektive prämiert, alle vom selben Hersteller, die sich in ihrer Bedienung kein Jota von anderen Markenobjektiven unterscheiden.

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Weiteres lustiges Beispiel: Ein Plasma-Fernseher, der auch im ausgeschalteten Zustand ordentlich Strom verbraucht, erhielt das Ökologie-Siegel.
Die Hamburger Kollegen benennen auch ein paar Täter: Für die Teilnahme sollen Hersteller wie Medion, Panasonic, Philips, Samsung und Sony je 464 Euro gezahlt haben. Fast ein Drittel der 700 eingereichten Produkte bekam das Plus-X-Gütesiegel verliehen, wofür jeweils weitere 3.082 Euro zu zahlen waren. Jene Hersteller, die ihre prämierten Produkte auf der IFA in der so genannten “Hall of Fame” ausstellen wollen, müssen dafür ebenfalls nochmals löhnen. [rm]

Computerbild

pte