Google Earth: Ein 25 Jahre altes Konzept

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Wer glaubt, dass das Phänomen Google Earth/Maps dem digitalisierten 21. Jahrhundert zuzuschreiben ist, täuscht sich gewaltig. Bereits 1982 verwirklichte der österreichische Techniker Hanns Schubert ein solches Landkartenkonzept – offline.

Auf Basis von hochauflösenden Luftbildern, die er mit Straßenrastern und Informationen zu Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomiebetrieben und öffentlichen Einrichtungen versah, produzierte Schubert ab den frühen 80er-Jahren eine Reihe von Stadtplänen, die dem heutigen Google-Earth-Material in nichts nachstanden.
“Der Mensch besitzt einen ausgeprägten Entdeckertrieb und will wissen, wo und in welcher Umgebung er zuhause ist”, erinnert sich Schubert. Seine damalige Idee, detailgetreue Luftbilder als Basis für einen faltbaren Stadtplan zu verwenden, traf auf erhebliche Widerstände durch das Verteidigungsministerium. So stellte Schubert die kostenlose Verbreitung seiner innovativen Stadtpläne Ende der 80er wieder ein. Die Kosten für die Produktion wurden damals schon durch Inserate lokaler Unternehmen und Gastronomiebetriebe abgedeckt, die rund um den Plan aufgedruckt wurden.
Auf die Frage, ob ihn der späte Erfolg von Online-Kartendiensten wie Google Earth oder Virtual Earth mit Wehmut erfülle, meint Schubert: “Natürlich ist es schade, dass ich mit meiner Idee viel zu früh dran war. Gleichzeitig fühle ich mich dadurch bestätigt.”

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Sein seit 111 Jahren bestehendes Unternehmen beschäftigt sich heute mit Siedlungs- und Verkehrsplanung. “Zur Veranschaulichung unserer Planungssimulationen greifen wir tatsächlich hin und wieder auf das Luftbild-Material von Google Earth zurück. Unsere Kunden sind von dieser Art der Präsentation besonders begeistert”, freut sich Schubert.

pte