Kinderpornographen hopps genommen (Update)

Allgemein

Schwäbischen Polizisten ist es gelungen, einen weltweit operierenden Kinderpornographie-Ring zu zerschlagen. Fast 5.000 Verdächtige gingen ihnen ins Netz.

Allein in Deutschland hat das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) über 700 Perverse ins Visier genommen. Es sei erwiesen, dass sie verbotenes Material im Internet abriefen oder anboten, berichtet LKA-Präsident Klaus Hiller. Von den weltweit rund 5.000 mutmaßlichen Tätern wurden aber erst vereinzelte Figuren auch verhaftet. Vor allem jene “Produzenten”, die mit jahrelang andauerndem Kindesmissbrauch die Aufnahmen erzwungen hätten. Zum Beispiel ein 32-jähriger Sachse, der mehrere sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen gestanden hat. Auf seiner Festplatte wurden 39.000 Dateien mit eindeutigem Inhalt sowie eine ganze Latte von CDs und DVDs mit selbst gefilmten Kinderpornos entdeckt.
Noch krasser: Ein 35 Jahre alter Therapeut, der berufsbedingt Kinder mit posttraumatischen Belastungsstörungen nach sexuellem Missbrauch betreute, geriet ins Visier der Fahnder. Bei ihm seien Bilder mit gequälten Säuglingen beschlagnahmt worden.
“Der Fahndungserfolg bestärkt uns in unserer Aufgabe, konsequent gegen Kriminelle im Internet vorzugehen”, betonte der LKA-Chef. Auslöser der internationalen Razzia war die Strafanzeige eines bei Konstanz ansässigen Webanbieters, über dessen allgemein zugänglichen Internetforen fröhlich die übelsten Dateien getauscht wurden.
Übrigens verhaftete die Münchner Polizei zeitgleich einen mehrfach vorbestraften Sexualtäter (31), der bundesweit Mädchen zu sexuellen Handlungen vor Internetkameras erpresste. Er hatte schon eine mehrjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung einer 14-jährigen abgesessen, die er damals schon mit Hilfe des Internets in einen Hinterhalt lockte. Auch in diesem Jahr war er wieder in Foren als angeblich 13-jähriges Mädchen unterwegs, um im Chat an Namen, Telefonnummern und Bildern mehrerer Mädchen im Alter zwischen 10 bis 15 Jahren zu gelangen. Wenig später versuchte er, die Mädchen zu erpressen, sich vor Webkameras auszuziehen, was ihm in einigen Fällen sogar gelang.
In Kempten verhaftete die Polizei in einem anderen Fall einen 29-jährigem, dessen Notebook sie in einem Betrugsfall beschlagnahmt hatten. Die Festplatte enthielt hunderte Kinderpornos. [rm]

Net-Tribune