Setzt VMware einen „übel gehackten Linux-Kernel“ ein?

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VMware scheffelte soeben ein Vermögen durch einen sensationellen Börsengang. Zugleich stellt das Magazin Venture Cake eine wichtige Grundlage der Firma in Frage.

VMware, so erklärt es ein eigener FAQ-Text, setzt einen Linux-2.4-Kernel ein, um in den Virtualisierungslayer des eigenen, „proprietären“ ESX-Servers zu gelangen. Nur zum Booten also, wie die Firma behauptet. An anderer Stelle aber wird Linux als „Console OS“ bezeichnet, das auch weiter im Speicher bleibt und verwendet wird.

Einer der führenden Kernel-Entwickler von Linux, Christopher Helwig, ist darüber heftig empört und wirft VMware Copyright-Verstöße vor. VMware setze „einen übel gehackten 2.4-Kernel“ ein, in den „ein riesiger binärer Klumpen eingehängt wurde“. Mit dem Klumpen meint er offenbar VMwares ESX.

Er setzt sich schon länger mit der Rechtsabteilung von VMware auseinander, bisher ohne greifbares Ergebnis. Nachdem VMware den laut Bloomberg wichtigsten Börsengang der IT-Branche nach Google hingelegt hat, könnte er mehr Gehör finden. Venture Cake spricht vom „VMware-Kartenhaus“.

(von Nick Farrell/bk)

Inquirer UK

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