Offene Systeme erobern den Software-Markt
Open Source setzt sich in Unternehmen durch

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Inzwischen bietet der Einsatz von Open-Source-Tools in Unternehmen eine gute Alternative zu den weit verbreiteten Standard- Anwendungen. Der Schweizer System-Integrations-Spezialist Bruno von Rotz findet, dass dies inzwischen auch für unternehmenskritische Anwendungen in Großunternehmen der Fall ist.

Open Source: Nicht mehr nur für “Geeks”

Offene Systeme erobern den Software-Markt

Bis vor wenigen Jahren fristeten Open-Source-Technologien ein Schattendasein. Das Wissen um die Vor- und Nachteile war gering, die Übersicht über die verfügbaren Optionen beschränkt. Heute ist Open Source auch in Unternehmen akzeptiert (IT im Unternehmen berichtete bereits über konkrete Produkte) und wird immer häufiger eingesetzt – vor allem in den kleinen Firmen. Die Zeiten, in denen Open Source primär Linux bedeutet hat, sind endgültig vorbei. Vieles deutet darauf hin, dass die Open-Source-Erfolgsgeschichte im Business-Umfeld weitergeht.

Gemäss der neuesten MERIT-Studie “Economic impact of open source software on innovation and the competitiveness of the Information and Communication Technologies (ICT) sector in the EU” verdoppelt sich die Open-Source-Code-Basis kontinuierlich alle 18-24 Monate und imitiert damit die Wachstumszahlen von “Moores Law”. Der heutige Wert der Software wurde von der Studie auf 12 Milliarden Euro geschätzt. Die zunehmende Adoption wird auch durch folgende Fakten beispielhaft untermauert:


Open Source – jetzt geht es auch um Geld

Offene Systeme erobern den Software-Markt

Open Source im Business – die Fakten:

– Die Open-Source-Datenbank MySQL ist die am dritthäufigsten eingesetzte Datenbank überhaupt (hinter Microsoft und Oracle, aber vor DB2). 17% aller befragten Unternehmen setzten MySQL bereits ein.
– Die Open-Source-Lösung für Enterprise Content Management Alfresco wurde bis zum heutigen Zeitpunkt bereits 500 000 mal heruntergeladen und Alfresco wurde vom World Economic Forum Davos 2007 zum “Technology Pioneer” ernannt.
– Die Analytics-Business-Suite Pentaho wird monatlich über 100 000 mal heruntergeladen.
– Die Open-Source-ERP-Lösung OpenBravo ist seit Monaten eines der aktivsten Projekte auf SourceForge.net.
– Eine ganze Reihe von Open-Source-Firmen wurde in den letzten Monaten mit Kapital ausgestattet, um gegen die traditionellen Anbieter anzutreten.

Diese Liste lässt sich beliebig erweitern. Sahen viele Unternehmen Open-Source ursprünglich hauptsächlich im Infrastrukturbereich, finden Open-Source-Entwicklungsumgebungen, -Komponenten und -Lösungsbestandteile immer stärker Einzug in die Informatik-Abteilungen größerer und auch kleiner Firmen.


Das Web macht’s vor, die Firmen folgen

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Nicht zuletzt der Erneuerungsdruck im Web-Umfeld und die reiche Auswahl an Programmiersprachen, Frameworks und Plattformen, die es erlauben, Web-Anwendungen schneller und günstiger zu erstellen, hat viele Entwicklungsteams dazu bewegt, Open-Source-Technologien gerade für diesen Bereich zu evaluieren und einzusetzen.

Leuchtende Beispiele rund um das Thema Web 2.0 haben es vorgemacht: Für YouTube, RightNow, Flickr oder Google ist der Einsatz von Open-Source-Technologien schon längst Alltag. In Unternehmen, die erst zögernd erste Versuche im Web gemacht haben, gelangen mit der zunehmenden Erfahrung und dem besseren Verständnis der Open-Source-Welt zunehmend auch andere Komponenten und Plattformen in die Lösungslandschaft der Unternehmen.


OpenSource-Lösungen finden langam ihren Weg in alle Anwendungsbereiche


Platz zwischen Microsoft und SAP

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In vielen Unternehmen ist der Einsatz von Open Source daher bereits Tatsache, selbst wenn mancher IT-Leiter vom Gegenteil überzeugt ist.

Wie lange aber wird es noch gehen, bis auch für bekannte Standardlösungen wie SAP Open-Source-Alternativen verfügbar sind? Bisher haben Open-Source-Lösungen im ERP-Umfeld hauptsächlich in kleineren Unternehmen Abnehmer gefunden, doch auch für grosse Unternehmen lohnt es sich, Alternativen für periphere Applikationen rund um SAP anzuschauen.

Open-Source-Business-Intelligence- und Reporting-Lösungen könnten in vielen Anwendungsfällen eine günstige Alternative zu den üblicherweise eingesetzten Bordmitteln von SAP sein. Und obschon sich mit den Plattformen SAP und Microsoft fast alles abdecken lässt, was an Informatik-Anforderungen in einem Unternehmen definiert werden kann, ist es nicht nur aus beschaffungsstrategischer Sicht klug, zumindest eine dritte Kraft zur Verfügung zu haben.

Differenzierung im Markt, schnelle Reaktionsfähigkeit und innovative Lösungsansätze sind gerade in der heutigen Wirtschaftssituation von enormer Bedeutung, und genau hier spielen die Vorteile von Open-Source-Technologien besonders gut.


Der Autor

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Im weiten Feld zwischen Microsoft- und SAP-Anwendungen ist viel Platz – Open Source muss keine vorhandenen Applikationen ersetzen, sondern ergänzt sie.

Der Autor
Bruno von Rotz ist Vice President Strategy&Development und Country Manager Schweiz des auf Open Source und Open Standards fokussierten internationalen Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen Optaros