Britische Provider erpressen Staats-TV

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Fernsehen über Internet? Das kostet extra. Oder wir bremsen eure Sendungen!

Hände hoch! Geld her! Britische Provider, oder anders gesagt, Internetanbieter, die im grossen Britannien Geschäfte machen, setzen der BBC die Pistole auf die Brust. Der Grund: die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt im Reiche Ihrer Majestät der Königin Elisabeth der Zweiten will doch tatsächlich Fernsehsendungen über das Internet übertragen. Hier erhebt Mary Turner, Chief Executive von Tiscali UK, warnend die Stimme: “Das Internet wurde nicht dafür gebaut, Videos zu verbreiten.” Ähm. Hallo? Internet? Keine Videos?

Worum es den Providern wie Tiscali, British Telecom, Carphone Warehouse tatsächlich geht, ist womöglich eher die Chance, noch etwas mehr Geld aus einem simplen Geschäftsmodell zu pressen: man nimmt Geld von den Nutzern UND den Anbietern. Genial! In früheren Zeiten wurde in einem solchen Fall eben die Kapazität vergrössert, und anschliessend irgend ein hochpreisiger Mehrwert-Dienst erfunden, den die Endkunden auch gerne bezahlten. Was aber die ISPs mit dieser Wegelagerer-Verhandlungstaktik riskieren, ist eine gesetzliche Regelung der Netz-Neutralität. Und womöglich müssen sie dann sogar für den unbezahlten, unlizensierten P2P-Traffic aufkommen. Also viel Glück! [fe]

Financial Times