AT&T hat weitere Konzerte zensiert

Allgemein

Die Zensur eines Webcasts von Pearl Jam um George-W-Bush-kritische Sätze war angeblich ein Einzelfall und ganz versehentlich passiert. Nein, war es nicht. Die Zensur des US-Telekomriesen hat Methode.

Die Musiker von Pearl Jam beschwerten sich lautstark nach der um kritische Töne bereinigten Internetübertragung des Lollapalooza Festivals und mahnten ihr Recht auf freie Meinungsäußerung an. Und kurz danach meldeten sich weitere betroffene Musiker, deren politische Aussagen die Telekomfirma ebenfalls eliminiert hatte. Eben hatte AT&T noch dreist behauptet, das sei nur ein einziges Mal passiert.

„Es ist nicht unsere Absicht, politische Kommentare in Webcasts bei AttBlueRoom.com zu redigieren“, zog ein AT&T-Sprachrohr namens Tiffany Nels die nächste Verteidigungslinie. In „einer Handvoll von Fällen“ sei es aber eben doch passiert. Die Fälle nennen wollte sie nicht, hatte aber noch eine seltsame Erklärung dafür parat: Geschnitten würden ausschließlich obszöne Ausdrücke.

Na klar. Ein Unternehmen, das seine technischen Einrichtungen bereitwillig auch für illegale Überwachungsaktionen der Behörden hergibt, definiert auch selbst, was als obszön zu gelten hat. Da ist eine regierungskritische politische Meinung die pure Obszönität – Schnitt.

(bk)

MTV

US-Überwachung führt zur Zensur

Aufgedeckt: Der NSA-Spionageraum bei AT&T