US-Gericht: Novell hat alle Rechte an Unix

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Bei SCO liegen nicht nur Umsatz und Aktienkurs am Boden – der Kampf um Linux-Rechte, die angeblich von Unix abstammen, ist verloren – sagen erst einmal die Richter.

Der US-amerikanische Bezirksrichter Dale Kimball sprach im jahrelangen Rechtsstreit zwischen Novell und SCO das letzte Wort: Nicht SCO, sondern Novell würde das Copyright an Unix besitzen. Kann SCO keine Gegenargumente vorbringen, fehlt dem Unix-Unternehmen die Begründung für seine weiteren Klagen, etwa die Hauptklage gegen IBM, die 2003 schon eingereicht wurde.

In der Milliardenklage behauptet SCO, “Big Blue” habe ohne Genehmigung Quelltexte aus Unix in Linux integriert und somit ein illegales Unix-Derivat angeboten. Die Streitereien dauerten Jahre, Beweise blieb SCO aber offenbar schuldig.

Kann SO keinen Einspruch gegen das Richter-Urteil geltend machen, sind auch sämtliche SCO-Linux-Lizenzen nichtig und auch die Behauptungen von Microsoft-Chef Steve Ballmer, Linux würde Microsoft etwas schulden, könnten sich als haltlos herausstellen.

Die Hintergrundgeschichte dazu reicht bis 1993 zurück, als Novell die Rechte an Unix von den Unix System Labs (USL), einer Tochter von AT&T, erworben hatte. 1995 lizenzierte Novell die Rechte an Unix an die damalige SCO – aber laut Novell nur in Teilen. Die gegenseitigen Klagen und Behauptungen vieler Beteiligter zogen sich seither als willkommenes Aufreger-Futter für die Linux-Community über die Jahre hinweg.

Der 102-seitige Richter-Beschluss hat nun vor allem Novell Recht gegeben: “Novell ist Eigentümer der Urheberrechte an UNIX und UnixWare. Von daher werden die Verleumdungsvorwürfe von SCO und die Vorwürfe der Geschäftsschädigung gegen Novell als unbegründet zurückgewiesen.” Auf eine ausführliche offiziell Reaktion von SCO warten zahleiche Journalisten – das US-Unternehmen hat offenbar seine Telefone stillgelegt, um Zeit für eine überlegte Reaktion zu haben. (mk)

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