Das Ende von SCO – und was ist mit Sun und Microsoft?

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Ein Richter verpasste SCO eine Ladung Schrott: Die klagefreudige Firma hat null Rechte an Unix. Wie aber wirkt sich das auf die aus, die sich bereitwillig mit SCO eingelassen hatten?

Der große Verlierer könnte Sun Microsystems sein. In ihrer Linux-feindlichen Phase hatte sich diese Firma auf einen Millionendeal mit SCO eingelassen. Um Rechte von SCO zu erwerben, die „einem Eigentumsrecht an Unix gleichkommen“.

Diese Rechte lagen aber, so entschied jetzt das Gericht, ganz woanders, nämlich bei Novell. Das spielt heute eine Rolle, weil diese Rechteübertragung Grundlage für die Veröffentlichung von OpenSolaris war. Den SCO-Deal eingefädelt hatte im übrigen Jonathan Schwartz, der es inzwischen zum obersten Chef von Sun gebracht hat. Und der hat jetzt ein Problem. Das gute Geld bekommt er von SCO sicher nicht zurück. Und er wird besser heute als morgen mit seinem Kollegen von Novell reden müssen.

Betroffen ist auch Microsoft. Zum einen hat die Firma eine Unix-Lizenz von SCO gekauft, mit der sie ganz gewiss nichts anfangen konnte. Und die nach diesem Gerichtsurteil schon gar nichts mehr wert ist. Und Microsoft hatte die Leute von BayStar Capital dazu bewegt, 50 Millionen $ in SCO zu stecken.

Zum anderen kann Microsoft jetzt erst richtig froh sein über den Microsoft-Novell-Pakt. Stellt sich doch glatt die Frage, ob die Unterhändler von Microsoft bei diesem Deal bereits wussten, wie sehr in Wirklichkeit ihr eigener Laden auf Schutz vor den geistigen Eigentumsrechten Novells angewiesen war.

(bk)

Inquirer UK

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