Web-Schnüffler spürt Personen auf

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Fluch oder Segen? Eine neue Suchmaschine durchstöbert sämtliche sozialen Netzwerke, um gezielt Menschen aufzufinden.

In den Sozialen Netzwerken sind bereits weit über 100 Millionen Menschen registriert, täglich kommen weitere Millionen hinzu. Das sind die Fanggründe für die Menschen-Suchmaschine Spock. Noch im August wirft das Start-Up aus Kalifornien seine Netze aus (derzeit noch beta). Ein neues Schreckgespenst für Datenschützer?
Gesucht werden darf nach Namen, E-Mail-Adresse, Geschlecht, Alter oder Ort. Da das Ergebnis ja Networking-Profile von Personen ausspuckt, könne man recht schnell ersehen, ob es sich um die richtige Zielperson handelt. Die Rubrik “Leute” listet Prominente auf.
Die in den Profilen angezeigten Informationen hängen zum Teil vom Votum der User ab, die mitentscheiden können, ob die Infos korrekt und relevant sind oder nicht. Je mehr positive User-Rückmeldungen es für einen Eintrag gibt, desto prominenter werden die Ergebnisse bei einem Suchaufruf platziert. So habe die Community den entscheidenden Einfluss auf die Ergebnislisten.

Die Spock-Gründer Jay Bhatti und Jaideep Singh finanzieren ihre Site mit Venture-Capital-Mitteln und wollen den Service rein durch Werbung unterhalten. Das Datenschutz-Argument lassen sie nicht gelten: Wer sich auf Spock wiederfinde und das nicht wünsche, könne jederzeit die Löschung seines Profils verlangen. Auch könnten User das junge Unternehmen mit der Ermittlung beauftragen, woher die persönlichen Daten stammen. Naja, die Profile aus Sozialen Netzwerken stammen ja in der Regel von den Leuten selbst.
Bedenklicher wirkt da schon, dass Spock.com für das Anlegen von Adressbüchern und Kontaktlisten den Zugriff auf die Mail-Accounts der User z.B. bei Yahoo, AOL oder Gmail verlangt. Das Spock-Team loggt sich daraufhin mit den Zugangsdaten des Users ein, um dessen Kontakte zu scannen. Das Unternehmen verspricht, weder Spam-Mails zu verschicken noch Kontakte anzuschreiben beziehungsweise die E-Mail-Adressen anzuzeigen, zu verkaufen oder auf einem anderen Wege in fremde Hände zu geben. Einem Start-Up die Passwörter zum eigenen Postfach aushändigen? Eine krude Idee. (rm)

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