US-Richter hilft Microsoft

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Eine Jury hatte Microsoft zu einer Strafe von 1,5 Milliarden Dollar verurteilt. Mumpelfitz, murmelte der vorsitzende Richter und setzte die Strafe aus.

Das kuriose US-Justizsystem hat schon unterhaltsamen Stoff für etliche Sitcom-Serien geliefert. Die jüngste Posse zeigt, dass Boston Legal oder Ally McBeal sich gar nicht weit von der Realität entfernt hatten.
In dem Verfahren gegen Microsoft wagte es eine winzige Bastelbude namens Alcatel-Lucent, den Herrscher des Software-Universums der Patentverletzung zu bezichtigen. Ja, Microsoft hat die MP3-Technologien des Technologiekonzerns für eigene Zwecke eingesetzt und damit eine Patentverletzung begangen, lautete das Urteil der Jury. Deren Strafmaß-Empfehlung: 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,13 Mrd. Euro).
Richter Rudi Brewster kam in seinem stillen Kämmerlein zu ganz anderen Einsichten – diametral entgegengesetzt zu den Erkenntnissen der Jury – und fegte die Strafe einfach vom Tisch. Dass er dabei freudig in einem Prospekt von Luxus-Yachten geblättert haben soll, ist bestimmt das Produkt unserer boshaften Phantasie. [Nick Farrell/rm]

Wall Street Journal

Inquirer UK