Nicht nur Skype verletzt GPL-Lizenzen

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Linux und Open-Source-Code steckt, wo viele es gar nicht vermuten: In WLAN-Routern, Hometrainern und E-Card-Systemen. Dabei scheren sich große Firmen einen Teufel um die Lizenzen. Solange sie nicht verklagt werden.

Skype wurde letzte Woche vom Landgericht München verurteilt, weil die Firma mit dem Vertrieb eines VoIP-Telefons des Herstellers SMC gegen die GPL verstieß. Wie zufällig erschienen fast gleichzeitig dümmliche Skype-Erklärungen in der Presse, man könne die eigene Software nicht auf Open Source umstellen, denn Open Source sei unsicher im Vergleich zu proprietärer Software. Das bezog sich zwar auf die eigene VoIP-Software und nicht das SMC-Gerät, eigenartig war aber doch das zeitliche Zusammentreffen.

Vor Gericht ging es darum, dass sowohl SMC als auch Skype nicht auf die verwendete freie Software hinweisen und sie nicht – wie von der GPL-Lizenz vorgeschrieben – offen legen wollten. Dabei gehört Skype „eher noch zur kleineren Kategorie“, so Joachim Jakobs von der Free Software Foundation Europe (FSFE):

„Große Unternehmen wissen, was sie tun oder was sie nicht tun. Leider wird vielerorts aber immer noch nach dem Motto ‘wo kein Kläger, da kein Richter’ vorgegangen und das Risiko einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung bewusst in Kauf genommen.“

Open-Source-Vertreter überlegen jetzt, ob sie mit Schadenersatzforderungen mehr Druck machen sollen. Bisherige Klagen zielten lediglich auf die künftige Einhaltung der Lizenzbedingungen ab.

(bk)

pte