Kritik am neuen Apple-Handy
Taugt das iPhone für Firmen?

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Während das iPhone die privaten Nutzer in ihren Bann zieht, fehlen ihm doch entscheidende Features für den Unternehmenseinsatz, meint Daniel Robinson.

Kritik am neuen Apple-Handy

Ich muss zugeben, dass sich meine Begeisterung für das iPhone in Grenzen hält; ich finde es nicht gerade überwältigend. Lässt man mal den ganzen Rummel beiseite, der alle neuen Apple-Produkte umgibt, was hat man dann? Ein ziemlich teures Touchscreen-Telefon, dem die Unterstützung für 3G-Netzwerke fehlt und auf dem keine Anwendungen von Drittanbietern laufen. Es hat nicht einmal eine kleine Tastatur, womit sein Nutzen als Messaging-Handheld doch arg beschränkt ist.

Aber ich sehe das iPhone natürlich aus der Persepektive von jemandem, der ein Gerät für die Arbeit sucht ? und das iPhone ist ganz klar für Privatnutzer gedacht. Zielgruppe scheinen die zu sein, die bereits einen iPod nutzen und nicht Handy und Audioplayer in Form von zwei separaten Geräten mit sich herumschleppen wollen. Ich bezweifle, dass irgendein IT-Manager, der seinen Mitarbeitern schon versucht hat, die iTunes-Nutzung auf den Firmencomputern zu untersagen, das das iPhone mögen wird.

Apples Händchen beim Design seiner Produkte steht außer Frage, und das iPhone sieht einfach toll aus (zumindest auf Fotos). Aber jeder, der ein Smartphone für E-Mails verwendet, weiß, dass eine ordentliche Tastatur einfach notwendig ist und keine eingeblendete Bildschirmtastatur diese ersetzen kann.

Apple-Chef Steve Jobs wies zwar darauf hin, dass das iPhone in einigen Firmen für den Zugriff auf Exchange-Server eingesetzt wird ? aber das kann ich mir kaum vorstellen. Die POP3- und IMAP-Unterstützung taugt einfach nicht für Firmen, die auf Sicherheit wert legen. Hätte Apple wirklich gewollt, dass Geschäftsleute das iPhone nutzen, hätte man entweder Microsofts ActiveSync lizenziert oder wäre eine Partnerschaft mit einem Middleware-Messaging-Anbieter eingegangen.

Was ich am iPhone mag, ist der Safari-Browser, der eine Website als Ganzes anzeigt und der Benutzer kann sich dann einen Bereich heraussuchen und zum Lesen heranzoomen. Das ist nichts wirklich Neues, und die Nutzer fast aller Handys können das, indem sie sich Opera Mini 4 kostenlos herunterladen.

Eines der Dinge, die mir überhaupt nicht gefallen, ist Apples Abneigung, Drittanbieter Anwendungen für das iPhone entwickeln zu lassen. Damit wird der Vorteil, dass auf dem Gerät eine Version von Apples Betriebssystem Mac OS X läuft, zunichte gemacht. Im Gegensatz dazu gedeiht rund um Microsofts Windows Mobile eine Entwicklergemeinde, und diese kann die gleichen Entwicklungswerkzeuge nutzen, wie für die Desktop-Versionen von Windows.

Schlussendlich hat das iPhone auch keine herausnehmbare Batterie, was bedeutet, dass die Nutzer keinen Ersatzakku mitnehmen können, und das Gerät an Apple schicken müssen, wenn die Batterie ihr Leben aushaucht.

Bevor ich also nicht meine eigenen Erfahrungen mit dem iPhone gemacht habe, werde ich keinem Geschäftsreisenden raten, seinen Blackberry oder sein Smartphone zu entsorgen.