Computerspiele als TV-Sportübertragung

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Wer will da noch die Doping-Tour de France sehen? Der amerikanische Sender CBS Sports setzt auf Computerspiele als Zuschauermagnet.

Man könnte es natürlich auch als Zeichen für den Niedergang des Mediums Fernsehen erkennen. Rob Correa, Vizepräsident für die Programme von CBS Sports, meinte gegenüber der New York Times allerdings noch ganz optimistisch, man werde das in zehn Jahren vielleicht als einen „sehr bedeutsamen Augenblick“ sehen. Es gebe eine gewaltige Anzahl von Leuten aller Altersgruppen, die in diesen Tagen Videogames spielten. Daher wolle man versuchten, die Popularität der Games in ein wachstumsfähiges Fernsehpublikum umzusetzen.

Vorbild ist Südkorea. Dort dominieren Videospiele die populäre Kultur so sehr, dass sich bereits drei Vollzeit-Fernsehprogramme den Games widmen.

CBS Sports will allerdings keine Egoshooter wie Halo und Quake übertragen. Zu den ersten übertragenen Games gehören World of Warcraft, Guitar Hero II sowie das Boxkampfspiel Fight Night Round 3.

Zumindest bei der Boxübertragung befinden sich die TV-Macher noch auf vertrautem Terrain. Im Übrigen tun sie sich noch schwer, das fremde, interaktive Medium zu verarbeiten. Bei WoW etwa sehen sie sich veranlasst, laufend Symbole und erklärende Texte einzublenden, um den Zuschauern das nötige Spielverständnis zu vermitteln.

(Nick Farrell/bk)

Inquirer UK

New York Times

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