Das Rätsel der (nicht) verkauften iPhones

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Zuerst war von 500000 bis 700000 verkauften Exemplaren die Rede. AT&T konnte aber nur von 146000 aktivierten berichten. Apple erzählt jetzt von 270000 verkauften Exemplaren – soll in diese Zahl jedoch mitverkaufte Kopfhörer und Schutzhüllen eingerechnet haben.

Die Erwartungen der Analysten waren überzogen gewesen, sagen jetzt alle. Die aber hatte Apple auch gezielt angeheizt. Noch am Tag vor dem Verkaufsstart am 29. Juni hatte Steve Jobs öffentlich geschwafelt, man habe vielleicht zu wenige iPhones an Lager. Und mit der „Limitierung“ auf zwei iPhones sorgte die Firma dafür, dass viele iHype-Spekulanten den Laden mit zwei Geräten verließen. Das allein hätte schon eine Erklärung liefern können, warum nur eines von zwei iPhones in den ersten beiden Tagen tatsächlich aktiviert und benutzt wurde.

Es wurden allerdings auch keine 270000 verkauft. Um die iBlase nicht zu laut platzen zu lassen, griffen Apples Buchhalter offenbar zu einem billigen Erbsenzähler-Trick, wie die Times berichtet. In ihrem Quartalsbericht führten sie für die ersten Verkaufstage in diesem Quartal nicht einfach die verkauften iPhones auf, sondern zählten auch das gleichzeitig verkaufte Zubehör mit. Und Berichten zufolge waren die Kunden in den Läden heftig zum Kauf von Zubehör gedrängt worden. Apples undurchsichtiges Zahlenwerk ist daher so aussagekräftig wie viele Apple-Gerüchte, die aufgrund der firmeneigenen Nicht-Informations-Politik entstehen.

Apples Aktien bewegten sich nachbörslich aufwärts und abwärts. Denn die übrigen Zahlen sahen gut aus. Der Nettogewinn vermehrte sich um 73 Prozent auf 818 Millionen $, und die Einnahmen stiegen um 24 Prozent auf 5,14 Milliarden $. Apple verkaufte 33 Prozent mehr Macs, und der iPod-Umsatz stieg um 21 Prozent.

(bk)

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