Mobilfunk statt Festnetz in Unternehmen
Desktop-Telefone, eine gefährdete Spezies

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Wenn Femtozellen die Mobiltelefonie in Gebäuden zuverlässiger und kosteneffektiver machen ? wer braucht dann noch das Festnetz, fragt sich Bill Pechey.

Mobilfunk statt Festnetz in Unternehmen

Der Vormarsch der Mobiltelefonie ist ungebrochen und heutzutage ist es häufig leichter, seinen Geschäftspartner über die Mobilfunk- als über die Festnetznummer zu erreichen. Und obwohl wahrscheinlich sogar die Chefs der Telekommunikationsfirmen dieses Verhalten gerne stoppen würden, ist es ein hoffnungsloser Fall. Die Leute wollen nur ein einziges Gerät zum Telefonieren und dieses in ihren Hosen- oder Handtaschen mit sich rumschleppen.

Damit haben die IT-Manager ein neues Problem: wie stellen sie sicher, dass die Mobilgeräte innerhalb von Gebäuden zuverlässig arbeiten? Schließlich gibt es einige Gründe, weshalb Handys dort nicht allzu gut funktionieren, etwa dicke Wände und metallbeschichtete Fenster.

Es gab mehrere Versuche, dieses Problem zu lösen, etwa spezielle Antennensysteme, die die Signale von außen nach innen leiten. In letzter Zeit sind auch vermehrt kleine Niedrigernergie-Basisstationen für GSM aufgetaucht, die von den Mobilfunkbetreibern in den Gebäuden installiert werden können. Diese werden Picozellen genannt, und man muss sie hinsichtlich Frequenzband und Datenaufkommen sehr geschickt mit dem Mobilfunknetz verknüpfen, da die Signale natürlich auch nach draußen gelangen und andere Handys sich ins Netz einbuchen, wenn sie können.

Keine dieser Lösungen ist für den durchschnittlichen IT-Manager eine große Hilfe, aber es gibt Hoffnung in Form von Femtozellen. Diese heben das Prinzip auf die nächste Ebene, indem sie die Basisstationen auf die Größe und Kosten eines Wifi-Access-Points reduzieren. Die Femtozelle ist noch mit dem Mobilfunknetz verbunden, nutzt aber eine preiswerte IP-Verbindung.

Diese Technologie eignet sich vor allem für 3G-Netze, da in diesen typischerweise alle Basisstationen auf der gleichen Frequenz arbeiten. Die Femtozellen könnten eine andere Frequenz nutzen, wodurch es unwahrscheinlicher wird, dass sich ein vorbeikommendes Handy zur Femtozelle verbindet.

Ein 3G-Femtozellen-Netzwerk innerhalb eines Gebäudes hat viele Vorteile, insbesondere wenn man die Datendienste berücksichtigt. Mitarbeiter, die 3G-Datenkarten verwenden, wenn sie unterwegs sind, könnten sie auch im Büro nutzen, ohne die Firma in den Ruin zu treiben. Denn es ist anzunehmen, dass mit den Mobilfunkbetreibern spezielle Konditionen vereinbart wurden für den Traffic im Femtozellen-Netzwerk. Zudem würde sich die Akkulaufzeit der 3G-Mobilgeräte erhöhen, da sie in der Nähe einer Femtozelle mit niedrigerer Leistung arbeiten könnten.

Die Marktforscher von ABI Research erwarten, dass bis 2011 32 Millionen Femtozellen genutzt werden. In Großbritannien gibt es zwei Lieferanten: ip.access und Ubiquisys. Und von den großen Fischen haben kürzlich Nokia Siemens Networks und Thomson eine Femtozelle und ein entsprechendes Gateway für 2008 angekündigt.