Der Bundestrojaner gefährdet die IT-Sicherheit

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Datenschützer, noch grundgesetztreue Politiker und nicht zuletzt Richter äußern sich entsetzt über die trojanischen Pläne von Amokfahrer Schäuble. Eine klare Sicht hat auch der deutsche Sicherheitsspezialist G Data.

Seine Firma müsse die Daten ihrer Kunden schützen, weil sie diesen Auftrag von ihnen erhalten habe, erklärte G-Data-Vorstand Dirk Hochstrate in einem Interview.

Die IT-Sicherheitsunternehmen aber müssten ihre Scanner zum Schweigen verdammen, wenn Behörden ihre Schadsoftware unerkannt einschleusen wollten. Das sei „sicherheitstechnisch extrem riskant“.

Käme Schäuble mit seiner Trojaner-Attacke durch, sei auch eine entsprechende gesetzliche Bestimmung zu erwarten, um die Hersteller von Sicherheitssoftware zum Mitspielen zu zwingen. Sie stünden dann in einer Zwickmühle zwischen den Staats- und den Kundeninteressen.

Hochstrate rechnet damit, dass die von der Spyware der Ermittler genutzten Lücken in Computersystemen auch von Wirtschaftskriminellen und anderen Trittbrettfahrern für ihre Zwecke genutzt werden. Das aber führe zu einem schweren Vertrauensverlust in die Sicherheitssoftware deutscher und europäischer Hersteller:

„Solange bei uns der leiseste technische Zweifel besteht, dass künstliche Sicherheitslücken für Bundestrojaner ebenso gut von Internetverbrechern und Cyberterroristen genutzt werden könnten, dürfen wir nicht zwischen guten und bösen Spionagetools unterscheiden. Bis heute ist uns nicht klar, wie die Behörden potenziellen Missbrauch ausschließen wollen. Wir sehen uns als Anwalt des Kunden und werden alles versuchen, um ihn zu schützen.“

(bk)

pte